Transparent gegen Polizeigewalt am Justizpalast in Brüssel

<p>Dieses Bild zeigt den Justizpalast in Brüssel.</p>
Dieses Bild zeigt den Justizpalast in Brüssel. | Foto: belga

Doch wen meinen die Protestler? Mit Adil ist der 19-Jährige aus Brüssel gemeint, der in der Nacht vom 10. April auf der Flucht vor einer Polizeikontrolle bei einem Unfall mit einem Polizeiauto auf dem Quai de l'Industrie ums Leben kam. Es wurde noch nicht nachgewiesen, ob die Polizei den Roller, auf dem Adil saß, angefahren hat oder nicht.

Mehdi war 17 Jahre alt, als er am 20. August 2019 vor einer Polizeikontrolle flüchtend in der Nähe des Brüsseler Hauptbahnhofes starb. Er wurde beim Überqueren der rue Ravenstein von einem Polizeiauto angefahren. Die betreffenden Beamten eilten zum Schauplatz eines Einbruchs, offenbar mit eingeschaltetem Blaulicht, aber ohne Sirene.

Mawda wurde am 17. Mai 2018 im Alter von zwei Jahren durch eine Kugel getötet, die während einer Verfolgungsjagd auf der E42 von einem Polizeibeamten abgefeuert wurde, der die Entscheidung getroffen hatte, auf einen Lieferwagen mit Migranten zu schießen.

Semira ist die nigerianische Asylsuchende, die am 22. September 1998 im Alter von 20 Jahren von zwei belgischen Polizisten an Bord eines Flugzeugs bei einem Abschiebeversuch am Flughafen Zaventem mit einem Kissen erstickt wurde.

Die Aktivisten glauben, dass die Todesfälle nur die Spitze des Eisbergs von Polizeigewalt darstellen. Das Problem ist ihrer Ansicht nach in erster Linie struktureller Natur und kann nicht auf die Handlungen bestimmter Personen reduziert werden. Irer Meinung nach habe das Problem mit Straffreiheit und Rassendiskriminierung zu tun. Sie stützen sich dabei auf einen Bericht der Non-Profit-Organisation „Ärzte der Welt“ aus dem Jahr 2018, wonach jeder vierte Migrant von Polizeigewalt berichtet und fast 30 Prozent davon minderjährig sein sollen. (belga/mv)

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