Am Sonntag hatte Toni Brusselmans zum zweiten Mutmach-Konzert für die Bewohner des Altenheims eingeladen, die erst seit Kurzem unter eingeschränkten Besuch von Familienangehörigen empfangen dürfen. Bereits Ende April fand ein erstes Konzert mit dem St.Vither Sänger und Musiker Karl-Heinz Kemmerich auf dem Parkplatz an der Hofstraße in der Nähe zum neuen Rundbau statt. Manche seiner Zuhörer konnte der gebürtige „Kölner Jong“ nicht sehen. Aber er wusste, sie lauschten hinter den Fenstern, als er in die Tasten griff. Andere wiegten sich im Takt, klatschten und sangen mit. Dabei strahlten viele Augenpaare, einige hatten Tränen in den Augen. „Es war für uns alle tief berührend“, berichtet Toni Brusselmans, der die Isolation in der Coronakrise etwas durchbrechen und den Menschen im Heim ein Signal geben will, „dass sie nicht vergessen werden.“
Nach der Eröffnung mit den Worten „Haltet den Kopf hoch und das Herz offen“ wurden eine Stunde lang Schlager der 30er Jahre und volkstümliche Klänge am Synthesizer begleitet, gesungen und getanzt. Am Ende rief eine Seniorin aus vollem Herzen von oben herab: „Bei der Musik waren wir früher tanzen.“
Wenn möglich, soll dies nicht das letzte Konzert dieser Art gewesen sein. „Es wäre schade, nur einen kleinen Lichtblick zu schicken. Wir möchten uns gerne wieder auf diese oder ähnliche Weise über die Musik von Mensch zu Mensch verbinden“, erklärt Karl-Heinz Kemmerich. Es sei für ihn unbeschreiblich schön und mit Geld nicht zu bezahlen, was ihm diese Konzerte vor Pflegeheimen geben, so der Musiker, der seit vielen Jahren auf der Bühne steht. „Manche fangen sogar an zu tanzen, die sich sonst nicht mehr bewegen.“ (kli)

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