Nach der Lockerung des Besuchsverbots Anfang Mai machen somit die Wohn- und Pflegezentren einen weiteren Schritt in Richtung „Normalbetrieb“. Was bedeutet denn „Lockerung des Besuchsverbots“? Seit dem 11. März leben unsere Mütter und Väter hinter Schloss und Riegel. Ein Gang durch die Flure zum neuen, von Mauern umgebenen Innenhof, ist den rüstigen Bewohnern mit Mundschutz gestattet. Mittlerweile haben wir unsere 90-jährige Mutter einmal während einer halben Stunde im Zelt hinter einer Plexiglaswand zumindest sehen können. Das Reden ist so gut wie unmöglich, da sie schwerhörig ist, und die Kommunikation durch das lautstarke Gespräch der anderen Zweierbeziehung im Zelt unmöglich ist. Das ist alles, was den Bewohnern seit zwei Monaten ermöglicht wird. Täglich wiederholt unsere Mutter am Telefon: „Wann darf ich aus diesem Gefängnis raus?“ Ein Gefängnis, das wir und unser Sozialstaat teuer bezahlen.
Ist eine halbe Stunde in einem Zelt ohne wirkliche Kommunikation eine „Lockerung des Besuchsverbotes“? Warum halten die Heimleitungen und Politiker alle Bewohner und ihre Angehörigen für unmündig, indem sie Unwahrheiten vorgaukeln? Unsere Alten sind der Gesellschaft nicht mehr nützlich und haben keine eigene Lobby. Ist deshalb kein Interesse vorhanden, die Türen der Altenheime schrittweise zu öffnen? Die „Voraussetzung hierfür, dass die Entwicklung der Covid-19-Pandemie unter Kontrolle bleibt“ scheint gegeben.
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Ihre Mutter darf dieses "Gefängnis" sofort verlassen wenn Sie wollen, holen Sie Ihre Mutter nach Hause und Pflegen Sie sie da !
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