Schätzungsbeamter der Provinz

Dass der Steuerzahler die Rechnung für die Coronakrise bezahlen wird, ist mehr als offensichtlich. Nun schaffen es die Bürgermeister der Nordgemeinden, vorab ihre Kassen etwas aufzufüllen. Ein Schätzungsbeamter der Provinz soll nun Jagd auf betrügerische Hausbesitzer machen. Während es in Eupen, Raeren und Lontzen stillschweigend über die Bühne gegangen ist, hat die Opposition in Kelmis dies nicht einfach so hingenommen. Die von der Mehrheit in Kelmis lange geforderte Transparenz über Zugriff auf Videoaufnahmen lässt so manchem die Haare zu Berge stehen.

Der Bürgermeister, hauptberuflich Finanzbeamter, haut da seine Kollegen voll in die Pfanne: „Das Finanzamt hat seinen Job nicht gemacht!“, verkündigte er. Auf Fragen vom Ratsmitglied Ohn bez. der Indexierung windet er sich derart in seinen Worten, mit einer kaum zu erkennenden Aussage, dass die Steuer nicht indexiert sei. Als amtierender Finanzbeamter hätte man da schon eine saubere Erklärung erwarten können. Ein Blick auf den Steuerbescheid macht alles klar, der Katasterwert wird indexiert, wonach die Zuschlaghundertstel berechnet werden. Also doch indexiert! Das Meiste kassiert die Gemeinde, dann die Provinz. Als DG-Parlamentarier und CSP-Regionalpräsident hat Luc Frank ständig mit auf die Pauke gehauen, wenn es darum ging, die Provinz abzuschaffen. Plötzlich bietet sie nun gute Dienste an. Der brav zahlende Hausbesitzer, der vielleicht sein in die Jahre gekommenes Haus oder seine Wohnung mit Eigenleistung oder einem Handwerker aufpäppelt, Baumärkte und Fachhandel von seinem Geld leben lässt, wird am Ende bestraft. In Belgien denkt man nun auch darüber nach, trotz Immobiliensteuer, die Mieten zu versteuern. Die Kosten für Corona werden da ein gutes Argument sein.

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