Wie für die Phasen 1a und 1b am 4. und 11. Mai gilt auch für eine weitere Entspannung der seit Mitte März geltenden Anti-Corona-Maßnahmen am nächsten Montag als Voraussetzung, dass die Zahlen zur Entwicklung der Epidemie in Belgien einen positiven Trend aufweisen. Und das scheint, zumindest was die Krankenhausaufnahmen, die Belegung der Intensivstationen und die Anzahl Todesfälle betrifft, der Fall zu sein. Dem grünen Licht des Nationalen Sicherheitsrates an diesem Mittwoch (ab 9 Uhr) für die Lockerung von Einschränkungen dürfte demnach nichts im Wege stehen.
Es darf erwartet werden, dass Berufe, die physische Kontakte voraussetzen (wie Friseure, Hand- und Fußpfleger), ab Montag wieder ausgeübt werden können. Möglicherweise kann die Wiederöffnung von Bibliotheken und/oder Museen, unter bestimmten Bedingungen, sowie von Tierparks in Erwägung gezogen werden. Für Mannschaftssportarten könnte körperliches Training im Freien erlaubt werden, aber nur im Rahmen eines anerkannten Sportklubs und unter Einhaltung bestimmter Auflagen.
Eine der wichtigsten Fragen, die zu klären ist: Werden die Wochenmärkte am 18. Mai, wie von Premierministerin Sophie Wilmès (MR) vorgeschlagen, wieder öffnen können? Die Markthändler waren am vergangenen Mittwoch sehr enttäuscht, dass sie im Gegensatz zu den anderen Händlern am 11. Mai nicht mit ihren Aktivitäten beginnen durften. Der Minister für kleine und mittlere Unternehmen, Denis Ducarme (MR), befürwortet die Wiedereröffnung der Märkte, unter strenger Einhaltung der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Er unterscheidet zwischen „dem kleinen Dorfmarkt mit 25 Ständen“ und den großen Märkten, wie denen am Brüsseler Südbahnhof oder in Lüttich mit Hunderten Ständen. Laut Innenminister Pieter De Crem (CD&V) soll der Sicherheitsrat in dieser oder in der nächsten Woche eine Entscheidung über die Wiedereröffnung treffen. Auch er spricht sich dafür aus, „den Marktständen eine Perspektive zu geben“.
Mit Sicherheit wird ab Montag im ganzen Land der Unterricht an den Schulen schrittweise wieder aufgenommen. Jede der drei Gemeinschaften im Land hat in Absprache mit dem Sektor die Umsetzung ausgearbeitet. In der DG werden am 18. Mai die Abschlussjahrgänge zurück in die Schulen kommen: 6. Primarschuljahr, 6. und 7. Sekundarschuljahr und alle Jahrgänge, in denen ein Befähigungsnachweis verliehen wird. Ab dem 25. Mai könnte, wenn die Bedingungen erfüllt sind, die zweite Phase in Kraft treten. Dann soll die Rückkehr des 1. Primarschuljahres und des 2. Sekundarschuljahres erfolgen. Auf Grundlage der Evaluierung wird entschieden, ob ab dem 8. Juni, in einer dritten Phase, ein weiterer Jahrgang zugelassen und/oder die Anzahl Unterrichtstage für die Schüler erhöht wird. Jede Schülergruppe erhält an maximal zwei ganzen Tagen (oder vier halben Tagen) pro Woche Unterricht. Die Klassen werden außerdem in kleinere Gruppen eingeteilt.
Eine erneute Erweiterung der sozialen Kontakte (zu Hause, Außenaktivitäten, Feste, Tagesausflüge usw.) wird nicht erwartet.
Die dritte und vorerst letzte Phase soll am 8. Juni in Kraft treten: Zur Debatte stehen die Wiedereröffnung der Restaurants und Cafés, Auslandsreisen, Jugendlager, touristische Attraktionen,... (gz)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren