Paul Göbbels leitet seit mehr als 30 Jahren das Labor am St. Nikolaus-Hospital. Gerade ist seine wissenschaftliche Leidenschaft geweckt. Seit kurzem steht ein hochmodernes Analysegerät zum Nachweis von Covid-19-Antikörpern bei ihm. Paul Göbbels hat seine Leistungsfähigkeit und Präzision ganz genau geprüft. Die Ergebnisse der Untersuchungen sind vielversprechend, berichtet der Laborleiter. „Heute wurde nun die Maschine validiert, die zuständigen Behörden haben also grünes Licht gegeben. Das Team des Labors ist bereits gründlich auf die Abnahme und Analyse von Blutproben vorbereitet und kann durchstarten. Somit gilt: Ab sofort können diese Antikörpertests am Eupener Krankenhaus durchgeführt werden“, teilte das Krankenhaus in einer Pressemitteilung am Dienstag mit.
Nur mit einer Laborverordnung vom Haus- oder Facharzt kann ein Test vorgenommen werden.
Es bleibt beim bewährten Verfahren wie bei allem, was mit Coronavirus und Covid-19-Erkrankung zusammenhängt oder zusammenhängen kann: Nur mit einer Laborverordnung vom Haus- oder Facharzt kann ein Test vorgenommen werden. Das gebietet vor allem der medizinische Schutz von Patienten, Personal, Passanten und anderen. Innerhalb einer Stunde nach Blutabnahme kann das Ergebnis ermittelt und dem zuständigen Arzt übergeben werden. Die Maschine erbringt sehr präzise Angaben darüber, ob ein Patient Antikörper gegen das Coronavirus gebildet hat – und wie viele. So lässt sich eher beurteilen, ob jemand erkrankt ist oder war.
Das Labor des St. Nikolaus-Hospitals beteiligt sich an einer belgischen Studie, die acht Testverfahren miteinander vergleicht. Paul Göbbels ist zu 100 Prozent von dem Gerät überzeugt. Er verweist auf großartige Referenzen aus China, Frankreich, Italien und Deutschland. Paul Göbbels sagt: „Wir brauchen viel mehr Erkenntnisse über das Virus und dessen Verbreitung. Und auch über die körpereigene Abwehr.“ Darüber mehr zu wissen, könne noch von hoher Bedeutung sein, um die Pandemie besser eindämmen und bekämpfen zu können. Dass mit der neuen Maschine nachgewiesene Antikörper dauerhafte Immunität bedeuten, kann der Laborleiter aber zum heutigen Tag nicht versprechen. Dafür gebe es leider bisher nicht genug Erfahrung mit Covid-19 und daher noch keine wissenschaftliche Gewissheit.

Ein großer Gemeinschaftsgeist zeichnet die aktuelle Situation in der Corona-Krise aus. Viele Menschen, Organisationen und Firmen unterstützen das St. Nikolaus-Hospital mit Sach- und Geldspenden. So auch nun die Fußballprofis und der Cheftrainer von Erstdivisionär AS Eupen, die auf einen Teil ihres April-Gehaltes zugunsten des Krankenhauses verzichteten. Und auch viele Serviceclubs und Firmen aus der Region leisten ihren Beitrag. Mit ihrem Geld konnte das moderne Analysegerät angeschafft werden.
Viele Menschen, Organisationen und Firmen unterstützen das Nikolaus-Hospital mit Spenden.
Stellvertretend für die Spender sagt Mannschaftskapitän Siebe Blondelle: „Die Coronakrise hat unsere Gesellschaft schwer getroffen. Auch wenn die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie inzwischen behutsam gelockert werden, sind wir noch weit von der Normalität entfernt. Die Profis und der Cheftrainer der AS Eupen haben beschlossen, auf einen Teil ihres Gehaltes für den Monat April zu verzichten und das Geld dem Eupener St. Nikolaus-Hospital zu spenden. So möchten wir diejenigen unterstützen, die in unserer Region beim Kampf gegen das Virus in besonderem Maße unter Druck stehen. Wir freuen uns, dass wir mit unserer Spende die Anschaffung eines Gerätes zum Test auf Antikörper gegen das Coronavirus ermöglicht haben und so dazu beitragen, die Rückkehr zur Normalität für die Menschen unserer Region sicherer zu gestalten.“
Als Spender traten konkret neben der AS Eupen in Aktion: die Serviceclubs Lions Club Eupen, Rotary Club Eupen-Malmedy, Soroptimist Eupen, Kiwanis Club Eupen und Kiwanis Club Kelmis, die Juniorenkammer der Wirtschaft sowie das Unternehmen Filter Service AG Eupen. (red)

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