Offene Fragen vor Öffnung der Spielplätze in NRW – Aachener Kliniken wagen Schritte zu Normalbetrieb

<p>Ab Donnerstag sollen Spielplätze in ganz NRW wieder öffnen.</p>
Ab Donnerstag sollen Spielplätze in ganz NRW wieder öffnen. | Foto: Bernd Thissen/dpa

Für die Eltern kleiner Kinder ist es nach Wochen eine Erleichterung: das rot-weiße Flatterband verschwindet, die Spielplätze in Nordrhein-Westfalen dürfen wieder öffnen. Natürlich greifen auch hier die Schutzmaßnahmen. Für viele Eltern ist die Spielplatz-Öffnung aber auch mit Fragen verbunden. Ist das Risiko durch das Virus nicht höher zu bewerten als die Spielplatz-Freiheit? Die Pädagogin Andrea Weyer vom Kinderschutzbund Aachen findet das Spielen auf dem Spielplatz mindestens genau so wichtig wie Vorsicht und Respekt gegenüber dem Virus. „Den Kindern geht durch die lange Trennung - weil sie nicht mit anderen zusammensein können - so viel verloren, was an kindlichen Bedürfnissen da ist und Einfluss auf die Gesundheit hat.“ Der Austausch mit Freunden, Spaß haben, Spielen, Bewegung, Lernen - das alles sei in den letzten Wochen zu kurz gekommen. Grundsätzlich bestehe dadurch auch die Gefahr von Entwicklungsverzögerungen. Kann man mit Kindern Abstand einüben? Ja, sagt Andrea Weyer: Aber nicht, indem man die Ängste der Kinder schürt. „Wir wissen aus unserer Erfahrung, dass Kinder dazu neigen sich verantwortlich zu fühlen, wenn etwas passiert“, etwa jemand - nicht unbedingt an Corona - erkrankt. Den Abstand könne man spielerisch einüben, etwa mit einem unsichtbaren Fantasietier wie einem Pferd, das nirgendwo anecken darf.

Laut Schutzverordnung des Landes NRW gelten die Corona-Grundregeln: Begleitpersonen, die keiner Familie oder häuslichen Gemeinschaft angehören, müssen 1,5 Meter Abstand halten. Städte wie Aachen appellieren an die Einsicht und Vernunft der Eltern. Sie wollen die Einhaltung der Regeln von den Ordnungsdiensten stichprobenartig überprüfen. Der Krisenstab Köln beschloss am Dienstag die Öffnung aller 710 städtischen Spiel- und Bolzplätze und will am Mittwoch die Regelung dazu mitteilen.

Zahl der Behandlungen und der Operationen in Krankenhäusern wird jetzt stufenweise wieder hochgefahren.

Unterdessen werden die Krankenhäuser in Stadt und Städteregion Aachen – Bethlehem Gesundheitszentrum Stolberg, Eifelklinik St. Brigida, Simmerath, Marienhospital Aachen, Luisenhospital Aachen, Rhein-Maas Klinikum, Würselen, St.-Antonius-Hospital Eschweiler und Uniklinik Aachen – die Zahl der Behandlungen und der Operationen jetzt stufenweise wieder hochfahren. Darauf weisen die Vorstände und Geschäftsführer der genannten Häuser in einer gemeinsamen Erklärung hin. „Die derzeitigen Zahlen der an Covid-19 erkrankten Patienten in unserer Region erlaubt es uns, die OP-Säle wieder zu öffnen und den Aufnahmestopp für die bisher zeitlich verschiebbaren medizinischen Behandlungen neu zu bewerten“, gaben die sieben Krankenhäuser am Dienstag bekannt. Sie fahren alle ihren OP-Betrieb sowie die Versorgung in ambulanten, stationären und diagnostischen Bereichen über die nächsten Tage hinweg langsam und schrittweise wieder hoch.

Der mögliche Leistungsumfang an stationären medizinischen Behandlungen stehe aber weiterhin im Kontext der immer noch nicht klar bestimmbaren Entwicklung von Covid-19-Erkrankungen. Es sei aber sichergestellt, dass in allen Häusern sowohl ausreichende Kapazitäten für die Behandlung von Patienten, die nicht an Corona erkrankt sind, als auch für mit Corona-Infizierte vorhanden sind, hieß es. Deshalb bleiben auch weiterhin, um sofort auf einen Anstieg von Covid-19-Fällen reagieren zu können, 30 Prozent der vorhandenen Kapazitäten auf den Intensivstationen frei. Bestehen bleiben auch die Schutzmaßnahmen. (dpa/red)

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