Schnellstmöglich ein Corona-Impfstoff für alle: In einem weltweiten Kraftakt sollen am Montag 7,5 Milliarden Euro für die Entwicklung von Mitteln gegen das tödliche Virus gesammelt werden, die dann alle Länder zu fairen Preisen bekommen sollen.
EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte die Geberkonferenz einberufen, bei der Staats- und Regierungschefs und Organisationen aus aller Welt Spenden zusagen können. Im „Spiegel“ zeigte sich von der Leyen zuversichtlich, dass die gewünschte Milliardensumme zusammenkommt. Die Herausforderung sei riesig. „Wir müssen einen Impfstoff entwickeln, ihn herstellen und zu einem bezahlbaren Preis sofort in jeder Ecke der Welt verfügbar machen. Eine solche Aufgabe gab es noch nie.“
Auch Papst Franziskus stellte sich am Sonntag hinter die Ziele der Konferenz. Während es bereits erste Ansätze für Medikamente gibt, erwarten viele Forscher einen sicheren Impfstoff im großen Maßstab erst für nächstes Jahr. Allein für die Entwicklung des Impfstoffs fehlten geschätzt acht Milliarden Euro, sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrem wöchentlichen Podcast.
Von der Leyen sagte, das Spendenziel für die Geberkonferenz sei nur der Startschuss. „Auf der Strecke bis zum Ende der Pandemie werden wir noch deutlich mehr brauchen.“ Vor allem die Produktion von Milliarden von Impfstoff-Dosen wird sehr teuer und könnte arme Länder überfordern. „Das kann nicht nach dem Motto gehen: Wer das Geld hat, hat den Impfstoff“, sagte von der Leyen.
Mit an Bord für die „Coronavirus-Krisenreaktion“ genannte Konferenz sind unter anderen die Weltgesundheitsorganisation WHO, die Weltbank und das G20-Vorsitzland Saudi-Arabien, aber auch die private Bill and Melinda Gates Foundation, die Koalition für Innovationen in der Epidemievorsorge Cepi und die Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung Gavi.
Keine Zusage gab es bis Sonntag von den USA. Man habe gute Gespräche mit dem Weißen Haus und dränge die US-Regierung, sich an der globalen Initiative zu beteiligen, erklärte die EU-Kommission.
Die Entwicklungsorganisation ONE warnte vor den Folgen, die eine weltweit zeitversetzte Einführung eines Covid-19-Impfstoffes hätte. „Leider haben Entwicklungsländer in der Regel erst sieben Jahre später Zugang zu neu entwickelten Impfstoffen und Medikamenten“, erklärte Deutschland-Direktor Stephan Exo-Kreischer. Das würde eine effektive Bekämpfung der Covid-19-Pandemie unmöglich machen.
Kanzlerin Merkel, der französische Präsident Emmanuel Macron, Italiens Regierungschef Giuseppe Conte, die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg, EU-Ratschef Charles Michel und von der Leyen hatten am Samstag mit einem gemeinsamen Gastbeitrag in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ für die Geberkonferenz geworben: Die Entwicklung eines Impfstoffs für alle werde ein „einzigartiges globales öffentliches Gut des 21. Jahrhunderts“ und „die Aufgabe unserer Generation“.

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