„Wir beugen uns keinem Druck“, sagte ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell am Montag in Brüssel. Man zögere nicht, „Trends und Namen von Akteuren zu nennen, die an der Verbreitung von Desinformationen beteiligt sind“.
In einem am Freitag veröffentlichten Bericht wirft die EU unter anderem Russland und China vor, in der Coronakrise gezielt irreführende oder falsche Informationen zu verbreiten. Einige Medien hatten schon vor der Veröffentlichung über eine andere Version des Berichts geschrieben.
Der „New York Times“ zufolge intervenierten chinesische Beamte daraufhin in Peking und Brüssel und versuchten, den Bericht zu verhindern. Die Zeitung zitiert interne Emails des Auswärtigen Diensts, wonach der Fokus des Berichts weniger auf Russland und China liegen sollte. Deshalb steht der Vorwurf der äußeren Beeinflussung im Raum. Allerdings sind die Unterschiede zwischen der nicht-veröffentlichten und der öffentlichen Versionen eher gering.
Der Sprecher betonte am Montag, dass es sich um zwei Dokumente für verschiedene Zwecke handele. Der eine Bericht sei für den internen Gebrauch, der andere für die Veröffentlichung. Der Bericht sei ohne jede Einmischung von Außen veröffentlicht worden. (dpa)

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