Premierministerin Sophie Wilmès (MR) erklärte am Mittwochabend, dass eine Wiederöffnung der Recyparks nicht verboten sei. Letztlich liege die Entscheidung aber bei den Regionen, weshalb die Interkommunale Idelux Umwelt auch eine Antwort von der Wallonischen Region erwartet.
In die Zuständigkeit von Idelux Umwelt fallen unter anderem die Recyparks der fünf Eifelgemeinden. Der Zweckverband dürfe nicht selbst über eine Wiederöffnung entscheiden, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung, sondern müsse sich nach der Ministerin Céline Tellier (Ecolo) richten. Ihr Kabinett trifft sich am heutigen Freitag mit den Gewerkschaftsvertretern. Im Anschluss dessen könnte das ministerielle Rundschreiben vom 9. April, das eine Schließung vorsah, angepasst werden. Zum damaligen Zeitpunkt hatten sich die Arbeitnehmervertreter noch gegen eine Wiederöffnung gewehrt. Währenddessen sind die Containerparks in Flandern bereits seit dem 7. April wieder zugänglich.
Idelux Umwelt spricht sich für eine Öffnung der Recyparks aus, „um den Erwartungen der Gemeinden gerecht zu werden, die Bevölkerung zu entlasten und die Umwelt zu schützen, die leider immer anfälliger für illegale Deponien wird“.
Sollten die Containerparks wieder zugänglich gemacht werden, wird der Zweckverband bestimmte Maßnahmen einführen, um die soziale Distanzierung gewährleisten zu können. Die Anzahl Personen auf dem Gelände wird beschränkt, weshalb lange Warteschlangen zu erwarten sind. Auch müssen die Nutzer ihr eigenes Werkzeug (Schaufel, Bürste usw.) mitbringen, um ihr Material abladen zu können. Zudem sollten die Abfälle bereits zu Hause sortiert werden, damit die Fahrt zum Recypark möglichst schnell über die Bühne geht.
Idelux Umwelt ist der Ansicht, dass frühestens Ende nächster Woche ein realistischer Termin für die Wiederöffnung sei. Aus diesem Grund sollen die angeschlossenen Gemeinden dem Zweckverband zufolge auch die geplanten Alternativlösungen für PMK-Abfälle wie Kunststoffflaschen, Metallverpackungen und Getränkekartons auch beibehalten, sowohl die Haussammlungen als auch die Sammelstellen.
Die fünf Eifelgemeinden wollen am heutigen Freitag definitiv entscheiden, für welche Variante sie sich entscheiden, erklärt Büllingens Bürgermeister Friedhelm Wirtz auf Nachfrage. Doch zeichnet sich ab, dass die Gemeinden St.Vith und Burg-Reuland auf Haussammlungen setzen, während in Amel, Büllingen und Bütgenbach Container aufgesetzt werden.
Warum der Unterschied? Gerade im Falle von St.Vith ist die Entscheidung auf den städtischen Charakter zurückzuführen. „Wir müssen etwas machen“, erklärt Bürgermeister Herbert Grommes mit Verweis auf die zahlreichen Wohnungen im Stadtzentrum. „Vorbehaltlich dem Erhalt der durchsichtigen Tüten wollen wir eine Haussammlung durchführen.“ Ebenfalls betroffen sind die Dörfer der Stadtgemeinde. Konkret würde jeder Haushalt drei Tüten erhalten, die an einem „dezentralen Ort“ verteilt werden. Genaueres werde die Stadt kommunizieren, wenn die 15.000 Säcke wie geplant am Freitag in St.Vith ankommen.
St.Vith und Burg-Reuland haben Tüten bestellt.
Weitere 6.000 Tüten sind für die Gemeinde Burg-Reuland bestimmt, die sich trotz ihres ländlichen Charakters für eine Haussammlung entschieden hat. Bürgermeisterin Marion Dhur erklärt warum: „Derzeit arbeiten neun Personen im Bauhof. Es wäre ihnen nicht möglich, zusätzlich zu ihren Aufgaben, die aufgestellten Container zu leeren.“ Die Alternativlösung zur Haussammlung sind nämlich Sammelstellen. Letztere sollen laut Vorschlag von Idelux Umwelt in der Nähe der Altglascontainer eingerichtet und von den Gemeindearbeitern geleert werden.
Wann die Haussammlungen von Idelux Umwelt durchgeführt werden, ist ungewiss. Marion Dhur glaubt nicht an einen Termin im Laufe der nächsten Woche. Sollten die Recyparks zeitig wieder öffnen, würde Burg-Reuland wiederum von den Haussammlungen absehen. „Mehr als die PMK-Abfälle sind in unserer Region der Sperrmüll und der Grünschnitt das Problem. Die Bevölkerung hat den unverhofften Urlaub genutzt und Arbeiten durchgeführt, die sie sonst erst später gemacht hätte.“ Es mache in ihren Augen keinen Unterschied, wenn sich die Menschen nach dem Abladen dieses Mülls noch kurz der PMK-Entsorgung widmen würden. Anders die Situation in der einwohnerstärkeren Stadt St.Vith, wie Herbert Grommes ankündigt: „Selbst wenn der Recypark wieder öffnet, werden wir an den Haussammlungen festhalten, damit der Ansturm in den ersten Tagen nicht zu groß wird.“
Die Gemeinde Bütgenbach wird die Sammelstellen wie von Idelux Umwelt vorgeschlagen an den Glascontainern in den sechs Ortschaften einrichten, während Büllingen und Amel die Details noch klären wollen, weil die örtlichen Gegebenheiten nicht immer das Aufstellen von zusätzlichen Behältern ermöglichen. Die 1.100-Liter-Container werden am Donnerstag aufgesetzt, kündigt Amels Bürgermeister Erik Wiesemes an. Sein Bütgenbacher Pendant Daniel Franzen baut bei der Mülltrennung und der Einhaltung der Regeln auf die Mitarbeit der Bevölkerung: „Wenn es ausartet, behalten wir uns die Möglichkeit einer Schließung vor.“
Trotz der unterschiedlichen Vorgehensweise sind sich die Gemeinden einig, dass eine baldige Öffnung der Containerparks nötig ist – nicht zuletzt wegen des Sperrmülls und der Grünabfälle.

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