Eine spezielle Taskforce unter der Leitung von Minister Philippe De Backer (Open VLD) soll die Kapazität schnell und drastisch erhöhen. Laboratorien, Universitäten, der pharmazeutische Sektor und Biotech-Unternehmen werden zu diesem Zweck eng zusammenarbeiten. Sie wollen das Wissen der bestehenden Labors harmonisieren und die Versorgung mit Reagenzien für die Corona-Tests verbessern.
„Wir haben bereits hart an der Testkapazität gearbeitet, aber mit der Task Force gehen wir noch einen Schritt weiter“, zitiert die Zeitung „De Morgen“ Minister De Backer. „So viele Tests wie möglich sind das Ziel. Das ist im Interesse der Bürger.“ Eine präzise Zahl nennt er nicht. In unserem Land werden in 29 Labors täglich 2.000 bis 2.500 Tests auf das Coronavirus durchgeführt. Aber nicht jeder mit Symptomen wird getestet. Dies geschieht derzeit nur in den schwerwiegendsten Fällen.
Der Ausbau der Kapazitäten ist kein Zufall. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat deutlich gemacht, dass die Erhöhung der Anzahl Tests ein wichtiger Erfolgsfaktor im Kampf gegen das Coronavirus ist. Gründliche Tests am Menschen seien notwendig, um die Wachstumskurve des Virus richtig abzubilden und abzuflachen. Es ist auch dringend erforderlich, das Virus nach dem Höhepunkt weiter zu überwachen, um ein erneutes Aufflammen zu vermeiden.
In Ländern wie Südkorea und Singapur beispielsweise werden bei Verdacht auf eine Infektion sofort Tests durchgeführt. Auf diese Weise ist es den beiden Ländern gelungen, die Ausbreitung des Coronavirus drastisch einzudämmen. Südkorea hat seit Januar jeden Tag 10.000 Tests bei einer Bevölkerung von 51 Millionen Menschen durchgeführt. Wird eine Infektion entdeckt, kann die Regierung schnell reagieren. Das Umfeld des Patienten wird untersucht. Wer im selben Gebäude wohnt oder arbeitet, erhält eine Einladung zur Untersuchung. Mit Hilfe von u.a. Überwachungskameras, dem GPS-Signal des Smartphones und Zahlungen mit Bankkarten wird ermittelt, wo sich der Kranke in den letzten Tagen aufgehalten hat.
Zwei Chirurgen des Brüsseler Krankenhauses Saint-Pierre haben die Behörden in einem offenen Brief aufgefordert, systematische Tests durchzuführen. Auf diese Weise könne auch das medizinische Personal, das nicht immer weiß, wer infiziert ist und wer nicht, besser geschützt werden, schreiben sie.
(gz)

Kommentare
Skandal das ein Staat in Europa praktisch gar nicht auf eine Epedemie oder Pandemie vorbereitet ist. Die kommen eben nicht nur in Afrika und Asien, oder durch Mücken in Brasilien vor. Wie leben hier auch auf Planet Erde.
Kommentar verfassen
1 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren