NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sagte, der Erlass sei für Veranstaltungen mit über 1.000 Teilnehmern bindend und zeitlich nicht befristet. „Die Lage ist ernst, aber kein Grund zur Panik oder für irrationales Verhalten“, sagte Ministerpräsident Armin Laschet. „Was jetzt zählt, ist besonnenes und vor allem wirksames Handeln.“
Dabei müssten Großveranstaltungen nun in den Fokus genommen werden, auch wenn Absagen für Veranstalter teilweise schmerzhaft seien und zu Umsatzeinbußen führten. Bis zum Mittag hatte das NRW-Gesundheitsministerium rund 580 Infektionen in NRW registriert – darunter 323 im Kreis Heinsberg. Das Robert Koch-Institut habe den Kreis Heinsberg als einziges vom Coronavirus besonders betroffenes Gebiet in Deutschland eingestuft, sagte Laschet.
Große Messen, Kongresse, Konzerte oder Sportveranstaltungen sollen nun zunächst abgesagt werden. Davon betroffen ist auch die Kölner LanxessArena (siehe Artikel unten). Auch die Euregio-Wirtschaftsschau 2020 wird nicht stattfinden. Eine Terminverschiebung sei nicht mehr möglich, teilten die Veranstalter am Dienstag mit. Die Aussteller seien über die Absage informiert worden. Mit 250 Ausstellern auf einer Fläche von 20.000 Quadratmetern sei die Wirtschaftsschau die größte Verbrauchermesse im Dreiländereck Deutschland-Belgien-Niederlande. Eröffnung der 34. Ausgabe wäre am Freitag gewesen. Die zehntägige Verbrauchermesse sollte bis zum 22. März gehen.
Wegen der Coronavirus-Infektion sind im Kreis Heinsberg 15 Menschen in stationärer Behandlung, darunter keine Kinder oder Jugendliche. Betroffen seien vor allem ältere Menschen mit Vorerkrankungen, sagte der Heinsberger Landrat Stephan Pusch am Montagabend. Fünf der Patienten würde auf der Intensivstation behandelt. Der Frau eines schwer erkrankten Mannes aus Gangelt gehe es besser, er selbst sei noch in einem kritischen Zustand. (dpa)

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