Colin Kraft: „Selbst Entschleunigung will gelernt sein“

Colin Kraft, selber Lehrer, hat sich seit Beginn der Legislaturperiode in seiner parlamentarischen Arbeit mit den Themenbereichen Stress und psychosomatische Störungen im Unterrichtswesen auseinandergesetzt. Dabei ging es nicht nur um den Lehrkörper, sondern auch um die Kinder. Kraft wunderte sich, dass diesem Problem relativ wenig Beachtung geschenkt werde. Nachhaltige Maßnahmen seitens der Politik seien jedenfalls kaum zu finden. „Besorgniserregend ist die Situation besonders, was den Schulalltag der Kinder und Jugendlichen angeht. Die DG verfügt nicht einmal über Zahlenmaterial, das darüber Auskunft gibt, wie viele Kinder, weshalb und wie lange durch Krankheit oder Stress in der Schule belastet sind bzw. fernbleiben“, erklärt Kraft.

Kraft wirbt nun bei der DG-Regierung für Lösungsmodelle, die international aber auch in Belgien durchaus Erfolge verzeichnen. Die gute Erfahrung des in der Eupener PDS im Kindergarten laufende Yoga-Projekt ist gutes Modell für die positiven Effekte der Entschleunigung im Schulalltag. „Daher sollte daran gearbeitet werden, dass Projekt zur Ruhe und Stressbewältigung wesentlich flächendeckender zum Einsatz kommen – also längst nicht nur im Kindergarten. Auch Lehrer müssen die Möglichkeit erhalten, Yoga oder ähnliche Techniken zu erlernen, zu lehren oder sich darin weiterbilden zu lassen“, fordert Kraft.

„Mir ist klar, dass Entspannungstechniken oder Yoga nicht alle Probleme lösen. Der vernünftige Umgang mit Medien, das Spielverhalten, Lerntechniken oder Zeitmanagement sind hierbei genauso wichtig und entscheidend. Und dennoch: Wer bei Gesellschaftsproblemen wie Stress und psychosomatischen Störungen mit den Schultern zuckt und keine neuen Lösungen anbietet, begeht Fehler, die im späteren Leben nur schwer zu korrigieren sind“, so Kraft abschließend. (red)

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