Militärischer Abschirmdienst SGRS prüft, ob Belgien von der Operation „Rubicon“ betroffen war

<p>Militärischer Abschirmdienst SGRS prüft, ob Belgien von der Operation „Rubicon“ betroffen war</p>
Illustrationsbild: dpa

„Der Allgemeine Nachrichten- und Sicherheitsdienst der belgischen Streitkräfte (SGRS) kennt die Operation „Rubicon“ und prüft derzeit das potenzielle Ausmaß der Abhörungen“, gab der SGRS in einer kurzen Erklärung gegenüber der Nachrichtenagentur belga bekannt.

Nach Angaben schweizerischer, deutscher und US-amerikanischer Medien (SRF, ZDF und „Washington Post“) fingen CIA und BND über die Schweizer Firma Crypto AG Jahrzehnte lang Tausende von Dokumenten aus mehr als 100 Ländern ab. Die beiden Nachrichtendienste kauften das Unternehmen mit Sitz in Zug in den 1970er Jahren zu gleichen Teilen in einer verdekcten Operation von einer Stiftung in Liechtenstein. Die Zusammenarbeit zwischen den drei Parteien bestand jedoch zu dem Zeitpunkt bereits.

Crypto ist der führende Hersteller von Maschinen zur Verschlüsselung geheimer Kommunikation. Mit durch sie manipulierten Verschlüsselungsgeräten haben CIA und BND die Gespräche zahlreicher ausländischer Staaten mitgehört. Der BND verließ die Operation 1993. Die Vereinigten Staaten hörten laut Presseberichten bis mindestens 2018 mit. Ob die Ablauschaktionen mit dem Verkauf der Crypto AG durch die CIA beendet wurde, ist nicht bekannt.

Die SGRS betont in ihrem Kommuniqué, dass sie sich „im Allgemeinen der Fortschritte, aber auch der Gefahren und des potenziellen Missbrauchs im Zusammenhang mit dem Einsatz von kryptographischen Geräten voll bewusst ist“. Der belgische militärische Nachrichtendienst versichert, dass er „alles tut, um sich gegen sie zu wappnen, und vor allem ist es es eine Ehrensache, einerseits den rechtlichen Rahmen in diesem Bereich und andererseits einen moralischen „Kodex“ gegenüber seinen Partnern/Verbündeten in einer Welt zu respektieren, in der Vertrauen, ohne naiv zu sein, oft auf Vorsicht reimt“.

Ob Belgien eines der Zielländer dieser Operation war oder nicht, ist dem SGRS zurzeit nicht bekannt. Zuerst lief die Geheimoperation unter dem Decknamen „Thesaurus“, dann „Rubikon“, sie wurde vom amerikanischen Geheimdienst CIA selbst in einem Bericht von 2004 als „der Geheimdienst-Coup des Jahrhunderts“ beschrieben. (os/belga)

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