Zum Religionsunterricht in der DG

Vor Kurzem interviewte ich Martha Hoffenkamp, Rektorin der Hochschule für Religionswissenschaften in Antwerpen. Sie ist katholische und evangelische Theologin und hat geraume Zeit Religionsunterricht an Schulen gegeben. Zurzeit schreibt sie ihre Doktorarbeit zum Thema „Jugend und Rituale“. Zitat aus dem Interview: „Die Idee dazu kam mir bei meiner Wanderung nach Compostela. Ich habe junge Menschen gesehen, die unglaublich rituelle Dinge tun. Sie legen Steine beim Cruz del Ferro nieder, sie knien, sie singen… Auch an meinen Schulen habe ich erfahren, dass Kinder und Jugendliche enorm offen sind für Religion in all ihren Erscheinungsformen, selbst wenn sie zu Hause nie etwas darüber erfahren haben. Es ist ein Urverlangen des Menschen.“ (De Pelgrim Nr. 139, 12/2019) Vielleicht ist es schon deshalb logischer, junge Menschen mit dem (aus dem Morgenland stammenden) Glauben des Abendlands vertraut zu machen, bevor sie sich in ihrem Bedürfnis nach Sinngebung, Identität und Gemeinschaft auf zweifelhaftere Terrains begeben?

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Kommentare

  • Dem Bedürfnis nach Sinngebung kann man auch damit begegnen, Kinder- und Jugendliche in einem konfessionsübergreifenden, gemeinsamen (!) Religionskunde-, Ethik- und Philosophieunterricht an weltanschauliche Konzepte oder Glaubensfragen heranzuführen.
    Oder sind die Kinder und Jugendlichen, die auch in der DG in steigender Zahl dem weltanschaulich neutralen Ethikunterricht folgen, größeren Gefahren ausgesetzt, sich auf zweifelhafte Terrains zu begeben?
    Die u.a. von Frau Weykmans angestoßene Diskussion treibt merkwürdige Blüten.
    Es geht nicht um die Abschaffung des Religionsunterrichtes sondern um eine organisatorisch wie inhaltlich zeitgemäßere Form, die auch den Grundsätzen eines säkularen, laizistischen Staates gerecht wird.
    Der Schulpakt von 1958 entspricht nicht mehr der gesellschaftlichen Realität. Genauso wenig übrigens, wie die Rolle der Religionen und des religiösen Glaubens in einer aufgeklärten Gesellschaft. Zumindest bedarf es eines (selbst)kritischen Blicks auf z. T. primitive, widersprüchliche 2000 Jahre alte Mythologien.
    Auch das Christentum und der Islam haben in den letzten 2. Jahrtausenden viele Gläubige auf fragwürdige Terrains geführt.
    Die im Namen der Religionen Geschändeten, Missbrauchten, Gefolterten, Erniedrigten, Verängstigten und Getöteten sprechen eine deutliche Sprache.
    Von der kulturhemmenden Wirkung der Religionen ganz zu schweigen.

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