Die lokale Polizei wurde am Dienstagmorgen gegen 5.20 Uhr von einem Zivilisten gerufen. Er erzählte ihnen, dass ein Mann ausländischer Herkunft mit nasser Kleidung vor seiner Tür stand. Der Flüchtling, der nach eigenen Angaben aus Afghanistan kommt, gab an, dass er zusammen mit dreizehn anderen Flüchtlingen nach Großbritannien übersetzen wollte. Das Schlauchboot kenterte jedoch.
Etwa eine Stunde später wurden fünf weitere Flüchtlinge von der Polizei in einem Pendelbus von DK'BUS zwischen De Panne und Dünkirchen gefunden. Sie erklärten, dass sie aus dem Iran stammen. Die Suche nach den acht anderen Passagieren, die an Bord des Schlauchbootes gewesen waren, war erfolglos. „Niemand wurde auf See oder in der Gegend gefunden, und es ist sehr wahrscheinlich, dass alle Personen den Ort verlassen haben“, sagte Staatsanwalt Frank Demeester.
Auch die Staatsanwaltschaft von Westflandern hatte sofort angekündigt, dass sie eine Untersuchung des Sachverhalts einleiten werde. Unter anderem wolle man herausfinden, woher die Flüchtlinge und das Boot kamen, aber auch wie und von welchen Menschenschmugglern die Transitmigranten nach De Panne gebracht wurden.
Die Suche nach den Schmugglern verlief sehr schnell. Eine Polizeistreife hatte bereits in der Nacht von Montag auf Dienstag ein verdächtiges französisches Fahrzeug entdeckt. Bei einer Kontrolle stellte sich heraus, dass die beiden afghanischen Passagiere keine Erklärung für ihre Anwesenheit in De Panne hatten. „Die Personen wurden festgenommen und von der Polizei mit den Flüchtlingen, die in De Panne gefunden wurden, in Verbindung gebracht“, hieß es in einer Mitteilung des Staatsanwalts.
Die Verdächtigen und Flüchtlinge wurden von den Behörden gründlich befragt. Die Ermittler haben Beweise dafür, dass die Afghanen, die mit dem in Frankreich zugelassenen Fahrzeug unterwegs waren, mit einer Menschenhandelsorganisation in Verbindung stehen.
Der Untersuchungsrichter von Brügge hat die beiden Verdächtigen Mittwochnachmittag unter dem Vorwurf des Menschenhandels verhaften lassen. Die Afghanen werden am Freitag vor der Ratskammer in Brügge erscheinen. Dann wird entschieden, ob sie im Gefängnis bleiben oder nicht. (belga)

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