Bei einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Istanbul am Samstag ging es nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu um Entwicklungen in der Region sowie die Beziehungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union. Am Sonntag sollte Belgiens ehemaliger Premier zu Gesprächen mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi nach Kairo weiterreisen.
In Libyen herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi 2011 Bürgerkrieg. Die international anerkannte Regierung von Fajis al-Sarradsch kämpft mit dem einflussreichen General Chalifa Haftar um die Macht. Die Türkei und Ägypten stehen auf unterschiedlichen Seiten des Konflikts, in den sich auch Russland eingeschaltet hat. Ankara unterstützt die Einheitsregierung von Al-Sarradsch in Tripolis und hat Truppen zu ihrer Unterstützung entsandt. Kairo steht auf der Seite einer mit Haftar verbundenen Regierung im ostlibyschen Tobruk, die von der selbst ernannten Libyschen Nationalarmee (LNA) gestützt wird.
Europäische Diplomaten bemühen sich darum, ausländische Interventionen in Libyen zu begrenzen. Sie fürchten, jede Einmischung könne die Gewalt weiter vorantreiben. Russland und die Türkei haben für Sonntag um Mitternacht eine Waffenruhe gefordert. Der von Russland gestützte Haftar kündigte an, weiter kämpfen zu wollen.
Ankara erwarte, dass Moskau Haftar von einer Waffenruhe überzeugen werde, sagte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu am Samstag in Istanbul. Sollte der General seine Angriffe einstellen, sei die Türkei zu Gesprächen für eine politische Lösung des Konflikts bereit, sagte Cavusoglu weiter. „Wir unterstützen den Berliner Prozess.“ (dpa)

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