Arimont: „Bienenschutz in Europa steigern“

<p>Bienen sollen nach dem Willen des EU-Parlamentes mehr Schutz erhalten.</p>
Bienen sollen nach dem Willen des EU-Parlamentes mehr Schutz erhalten. | Foto: Photo News

„Wir fordern verbindliche Maßnahmen, um das dramatische Bienensterben in Europa zu stoppen. Was wir brauchen, sind verbindliche Reduktionsziele für den Einsatz von Pestiziden, die für Bienen und Bestäuber schädlich sind. Die EU muss ein umfassendes Aktionsprogramm für Bestäuber aufstellen, das mit ausreichend Mitteln im EU-Haushalt ausgestattet ist. Auch die Forschung muss weiter intensiviert werden, damit den weiteren Ursachen für das Bienen- und Insektensterben - die Varroa-Milbe, invasive Arten, usw. - besser entgegengetreten werden kann“, erklärt der ostbelgische EU-Abgeordnete Pascal Arimont (CSP-EVP) zum Hintergrund der Abstimmung.

Er hatte nach eigenen Angaben das Thema Bienensterben in der Vergangenheit in parlamentarischen Anfragen und in seiner Eigenschaft als Mitglied im „Sonderausschuss Pestizide“ immer wieder an die EU-Kommission herangetragen und zwei Informationsabende in Ostbelgien organisiert. Bei den „European Bee Awards“, einer Auszeichnung, mit der jedes Jahr wertvolle Bienenschutz-Projekte in der Landwirtschaft geehrt werden, saß Arimont in diesem Jahr erstmals in der Jury.

„Bienen und weitere bestäubende Insekten - Solitärbienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen, Käfer - sind für unsere Ökosysteme und Biodiversität von entscheidender Bedeutung. Ein starker Rückgang der Bestäuber führt zu einem Verschwinden unserer Pflanzenvielfalt und der Organismen, die direkt oder indirekt von ihnen abhängen. Somit sind Insekten ein wichtiger Indikator für die Gesundheit unserer Umwelt im Allgemeinen. Wir sind stark auf diese Lebewesen angewiesen. Nach Angaben der Kommission sind allein in der EU rund 84 Prozent der Kulturpflanzen und 76 Prozent der Lebensmittelerzeugung zumindest teilweise von der Bestäubung abhängig. Bis zu 15 Milliarden Euro des jährlichen landwirtschaftlichen Ertrags der EU werden direkt auf Bestäuber zurückgeführt“, erklärt Pascal Arimont weiter.

Die EU-Abgeordneten kritisieren in der am Donnerstag angenommenen Resolution die von der EU-Kommission geplante „Initiative für Bestäuber“ als nicht ausreichend. Sie gehen auf die vielen Ursachen für den Rückgang der Bestäuber-Bestände ein, darunter Landnutzungsänderungen, der Verlust von Lebensräumen, intensive landwirtschaftliche Bewirtschaftung, Pflanzenschutzmittel, Umweltverschmutzung, der Klimawandel und invasive gebietsfremde Arten. Im April 2018 einigte sich die EU darauf, die Verwendung im Freien von Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam, die als Neonikotinoide bekannt sind, vollständig zu verbieten. Die Abgeordneten sprachen sich den Angaben zufolge für weitere konsequente Schritte dieser Art aus und forderten eine entsprechende Anpassung der Leitlinien für die Zulassung von Pestiziden in der EU. (red)

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