Ein Sieg Geingobs von der seit Unabhängigkeit Namibias regierenden Partei Swapo war erwartet worden. Allerdings hat der 78-Jährige stark an Beliebtheit verloren seit seinem Sieg 2014 mit 87 Prozent der Stimmen. Es sei ein „harter Wettbewerb“ gewesen, sagte Geingob, doch „Demokratie war der größte Gewinner“. Der stärkste Herausforderer war Panduleni Itula mit 29,4 Prozent. Der Zahnarzt ging als unabhängiger Kandidat ins Rennen, gehört aber auch der Swapo an.
Aus deutscher Sicht waren diese Wahlen in der ehemaligen deutschen Kolonie wichtig: Die Bundesregierung führt seit Jahren zähe Gespräche mit Windhuk über die Aufarbeitung der Verbrechen während der Kolonialzeit. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hatte jüngst gesagt, man habe das feste Ziel, diese Gespräche nach den Wahlen zu beenden.
Die Befreiungsorganisation Swapo kämpfte einst gegen Südafrikas Apartheid-Regierung, die das Land im Südwesten Afrikas kontrollierte, und ist seit Namibias Unabhängigkeit 1990 an der Macht. Allerdings hat Geingobs Popularität unter einer schlimmen Dürre im Land, einer seit 2015 andauernden Rezession und einem Korruptionsskandal gelitten.
Auch im Parlament wurde die Swapo abgestraft: Dort gewann die Partei nach Angaben der Wahlkommission zwar mit 63 Sitzen, erzielte aber zum ersten Mal seit Unabhängigkeit Namibias keine Zweidrittel-Mehrheit. Die stärkste Oppositionspartei Popular Democratic Movement (PDM) erhielt 16 Sitze.
Von 1884 bis 1915 gehörten Teile Namibias zum Kaiserreich. Die Kolonialherren schlugen damals Aufstände der Volksgruppen der Herero und Nama brutal nieder, Zehntausende starben. Das Land mit rund 2,5 Millionen Einwohnern ist reich an Rohstoffen und zieht viele Touristen an, es herrscht aber noch immer eine große aus der Apartheid-Zeit stammende Ungleichheit. (dpa)

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