Vogelmumien in Ägypten: etliche Millionen wildlebende Ibisse geopfert

<p>Ein Heiliger Ibis geht in einem Freizeitpark durch sein Gehege.</p>
Ein Heiliger Ibis geht in einem Freizeitpark durch sein Gehege. | Foto: dpa

Gerätselt wurde bisher, woher die Massen an Heiligen Ibissen (Threskiornis aethiopicus) kamen, die bei Opferritualen vor rund 1.800 bis 2.700 Jahren getötet wurden. Im Fachjournal „PLOS ONE“ vorgestellte Erbgutanalysen weisen nun darauf hin, dass wildlebende Ibisse und keine gezielt über Generationen in Massentierhaltung gezogenen verwendet wurden.

<p>Ein Heiliger Ibis fliegt am blauen Himmel.</p>
Ein Heiliger Ibis fliegt am blauen Himmel. | Foto: dpa

Möglicherweise wurden die Tiere demnach von Priestern in ihrem natürlichen Lebensraum – an Gewässern – gefüttert und gezähmt oder kurz vor anstehenden Opferritualen gefangen und in Gehegen gehalten. Allein in der in der bekannten Nekropole Sakkara seien jährlich Zehntausende Ibismumien deponiert worden, insgesamt rund 1,75 Millionen, so die Forscher. In der Tiernekropole von Tuna el-Gebel seien es sogar vier Millionen – so viele wie von keiner anderen Stätte bekannt.

Mit dem Verschwinden der Art in Ägypten im 19. Jahrhundert dürften die Rituale nichts zu tun haben. Wissenschaftler vermuten eher, dass Bevölkerungswachstum, Städtebau und die Zerstörung von Lebensräumen zum Ende des Heiligen Ibis in Ägypten führten. (dpa)

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