„Totenfieber“: Nina Kunzendorf in Antwerpen - André Sommerlatte aus Kettenis als Koproduzent

<p>„Tatort“-Komissarin Nina Kunzendorf ist diesen Sonntag in Antwerpen unterwegs.</p>
„Tatort“-Komissarin Nina Kunzendorf ist diesen Sonntag in Antwerpen unterwegs. | Foto: dpa

Nina Kunzendorf steigt mit Sonnenbrille aus einem Zug und macht sich auf den Weg in die Gerichtsmedizin. Dort liegt ein lebloser Frauenkörper – „wir vermuten einen Drogencocktail“, sagt der Arzt zu Kunzendorf, die eine Mutter spielt. Sie schaut das Mädchen an. Kurz darauf erfährt man, dass es ihre Tochter ist ...

Im neuen ARD-Thriller „Totenfieber – Nachricht aus Antwerpen“ ist Kunzendorf als toughe Ellen Bouché zu sehen. Die 47-Jährige war mal vorübergehend „Tatort“-Kommissarin in Hessen, seitdem hat sie viele Rollen im Film und Theater gespielt.

Der Streifen läuft am Sonntagabend (6. Oktober) im Ersten. Und zwar im Spätprogramm (21.45 Uhr). Denn Regisseur Titus Selge hat etwas Ungewöhnliches gemacht – einen Voodoo-Thriller. Ellen bekommt kurz nach ihrem Besuch im Leichenschauhaus eine rätselhafte SMS mit dem Text: „Hilfe, MA! Ich“. Ist die Nachricht nur verspätet angekommen? Oder lebt Ellens Tochter womöglich doch noch? In der Gerichtsmedizin ist die Leiche plötzlich verschwunden.

Was wie ein normaler Fernsehkrimi anfängt, erinnert bald an einen Horrorfilm. Bouché stößt bei ihrer Recherche auf Voodoo-Puppen und Hühnerfüße, maskierte Sektenanhänger und undurchsichtige Rituale. Regisseur Selge lässt seinen Film in belgischen Kunstgalerien und Hinterhöfen spielen. Manche Szenen haben es in sich.

„Wir haben uns mit großer Lust daran gemacht, einen spannenden und unterhaltsamen Genrefilm zu machen“, sagte Kunzendorf. Die Arbeit habe ihr wirklich große Freude gemacht. Es seien aufregende fünf Wochen gewesen. „Ich habe auch genossen, dass das so ein gemischter Haufen von Menschen war.“

Das Team habe zum Großteil aus Belgiern bestanden. „Außer Nina Kunzendorf waren nur Belgier im Cast“, bestätigte der Ketteniser André Sommerlatte, Koproduzent des Films. „Am Set wurde Englisch, Französisch, Deutsch, Flämisch durcheinander gesprochen. Das hat manchmal zu Missverständnissen geführt oder zu Umwegen, aber im Kern fand ich das toll“, so Kunzendorf.

Tatsächlich wurde der Film zu 95 Prozent in Belgien gedreht, in Antwerpen und Brüssel. Die Dreharbeiten fanden im Januar dieses Jahres statt und haben insgesamt 23 Tage gedauert. Nur an einem Tag wurde nicht in Belgien, sondern in Berlin gefilmt.

Die Produktion des Streifens, an der André Sommerlatte und sein Partner Sebastian Schelenz (beide Produzenten bei Velvet Films) mitwirkten, hatte rund anderthalb Jahre gedauert – was schon recht kurz ist für einen Film, betonte Sommerlatte auf Nachfrage vom GrenzEcho. Dabei ging es hauptsächlich um die Organisation und Finanzierung der Dreharbeiten, aber auch darum, „die belgischen Schauspieler und Mitarbeiter anzustellen, die am Film mitgewirkt haben“. Die vielen belgischen Mitarbeiter sind für den Koproduzenten, der schon seit fast 25 Jahren in Belgien wohnt, das Besondere am Film.

Darüber hinaus ist er über das regionale Interesse am TV-Film begeistert: „Ich freue mich, wenn der Film wahrgenommen wird und die Menschen bemerken, dass auch hier Filme gemacht werden. Wenn die Leute sich darüber freuen, dann freue ich mich auch“, sagte der aus Köln stammende Filmproduzent, der sein Büro in Kettenis hat.

Die Premiere des Streifens fand bereits letzten Dienstag in Berlin statt, aber natürlich werde der Ketteniser ihn sich auch noch mal im Fernsehen ansehen, „einfach weil der Film dann so wirkt, wie auf alle anderen auch.“ (alno/dpa)

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