Von Albanien über Uruguay bis nach Belgien: Zum globalen Streik für mehr Klimaschutz an diesem Freitag erwartet die Jugendbewegung „Fridays for Future“ mehrere Hunderttausend Teilnehmer. Auch in Brüssel wird für den Klimaschutz mobil gemacht. Ein Bündnis aus knapp 20 Umweltschutzorganisationen, Gewerkschaften und Bürgerinitiativen hat dazu aufgerufen, in der Hauptstadt für den Klimaschutz auf die Straße zu gehen. Treffpunkt für der Demo in ist der Brüsseler Nordbahnhof: Von dort setzt sich der Protestmarsch gegen 13:30 Uhr in Richtung Jubelpark in Bewegung. Im Zuge des Streiks ist nach Angaben der Polizei bis zum Abend mit diversen Verkehrsbehinderungen in der Hauptstadt zu rechnen.
Begonnen hatte der globale Streik in der Nacht mit Demonstrationen in Australien. Mehrere Zehntausend Schüler blieben aus Protest gegen unzureichende Maßnahmen der Politik gegen den Klimawandel dem Unterricht fern. In der Stadt Alice Springs legten sich Hunderte Menschen auf den Boden und stellten sich tot. Für die internationale Streikwoche, die Freitag beginnt, haben Aktivisten schon Proteste in mehr als 2.600 Städten in fast 160 Staaten angekündigt.
Die von der Schwedin Greta Thunberg angestoßene Protestbewegung wird von Schülern und Studenten getragen. Sie fordern von der Politik mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderhitzung und die drohende Klimakatastrophe. Vor allem müsse gemäß dem Pariser Klimaabkommen die globale Erwärmung auf unter 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit eingedämmt werden.
Die Schwedin Thunberg, die zurzeit in den USA ist, demonstriert seit vergangenem Sommer jeden Freitag - also meistens während der Schulzeit - für mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz. Ihr Schulstreik hat weltweit Menschen zu Demonstrationen unter dem Motto „Fridays for Future“ inspiriert.
Vor der Aktivistin liegen eine Reihe von Klimakonferenzen, Protesten und weiteren Terminen. Der Jugend-Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York startet am 21. September, ihm folgt zwei Tage später der UN-Klimagipfel mit Staats- und Regierungschefs vor der UN-Generalversammlung.
Wissenschaftler: Erde schon ein Grad wärmer
Zum globalen Klimastreik haben die Umweltaktivisten von Scientists for Future auf wissenschaftliche Fakten zur Erderhitzung hingewiesen. So sei weltweit die Durchschnittstemperatur bereits um ein Grad gestiegen, relativ zum Zeitraum 1850 bis 1900, schrieben die Wissenschaftler auf Twitter. Und die vergangenen vier Jahre seien die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen. Auch sei es erwiesen, dass der Mensch mit seinen Treibhausgasemissionen nahezu vollständig verantwortlich sei für dieses Temperaturplus. Schon jetzt verursache die Erderwärmung in vielen Regionen Extremwetter wie Hitzewellen, Dürren, Waldbrände und Starkregen. (dpa/belga)

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