„Erwachsen und pflichtbewusst“ nannte die Zeitung „De Telegraaf“ den Auftritt der Elftal in Tallinn. „Ohne an die Grenzen zu gehen, aber konzentriert und mit einem Ziel vor Augen“ habe die Elf von Ronald Koeman in Estlands Hauptstadt agiert.
Die Spieler der Niederlande haben das gemacht, was sie auf dem Weg zur EM einfach machen mussten, urteilte das niederländische Handelsblatt und stellte fest: „Oranje hat endlich gezeigt, dass es auch kleinere Gegner kaputtspielen kann.“
Viel Lob also für die Elftal, die sich in der Gruppe C in der Tat eine gute Ausgangsposition erarbeitet hat. Zwar liegt der Vize-Weltmeister von 2010 mit neun Punkten hinter Deutschland (12) und Nordirland (12) nur auf Rang drei, doch die Niederländer haben noch ein Spiel weniger und den direkten Vergleich mit dem größten Konkurrenten Deutschland bereits für sich entschieden.
Damit sind die Niederlande auf dem besten Weg zurück auf die ganz große Turnierbühne. Nach den schlimmen Enttäuschungen mit dem Aus in der Qualifikation für die Euro 2016 und für die WM 2018 in Russland fiebert man im Nachbarland neuen Großtaten entgegen.
„Wir wussten vor dem Match, dass es ein schwerer Abend werden könnte, wenn wir das Spiel nicht konzentriert angehen würden“, sagte Ryan Babel, der in Tallinn seinen ersten Doppelpack im Nationalteam (17./48.) erzielte. „Ich bin nicht mehr der Jüngste, doch den fehlenden Speed mache ich mit Erfahrung wett“, scherzte der 32 Jahre alte Stürmer von Galatasaray Istanbul.
Einen starken Eindruck hinterließ auch Memphis Depay. Der Offensivspieler von Olympique Lyon erzielte in seinem 50. Länderspiel einen Treffer (76.) und bereitete wie schon gegen Deutschland zwei weitere vor. Der Mann für den Schlusspunkt war erneut Liverpool-Star Georginio Wijnaldum (87.).
„Wir haben es in der zweiten Halbzeit besser gemacht“, meinte Abwehrchef und Kapitän Virgil van Dijk. „wir haben häufiger die Seiten gewechselt und mehr Chancen kreiert“, erklärte Europas frisch gekürter Fußballer des Jahres. (sid)

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