Landwirtschaftliches Gelände geht verstärkt „in fremde Hände“

<p>Im Vorjahr wurde knapp die Hälfte an verkaufter landwirtschaftlicher Nutzfläche an Nicht-Landwirte veräußert.</p>
Im Vorjahr wurde knapp die Hälfte an verkaufter landwirtschaftlicher Nutzfläche an Nicht-Landwirte veräußert.

Das vor zwei Jahren von

Minister

Philippe Collin initiierte Verkaufskataster für landwirtschaftliche Fläche im südlichen Landesteil fördert in der Zwischenzeit interessante Ergebnisse zutage. Demnach kostete im Vorjahr ein Hektar unbebaute Grünfläche in der so genannten landwirtschaftlichen Zone im Schnitt 26.002 € (gemäß Erhebung des „Observatoire du foncier agricole wallon“).

Ein Mittelwert, der auf insgesamt 1382 Transaktionen fußt, die im Vorjahr bei Notaren beurkundet wurden und eine Gesamtfläche von 3596 Hektar betreffen.

Und deren Wert variiert stark je nach Lage und Region. Während etwa im Raum „Haute Ardenne“ - dem ebenfalls Ostbelgien zugerechnet ist - 9772 € pro Hektar gezahlt wurden (bei gerade mal 54 Verkäufen und einer Gesamtfläche von 86 Hektar), waren es in den Regionen Famenne oder Condroz bis zu 16.000 respektive 24.000 € pro Hektar (bei zugleich deutlich größeren Flächen). Und in ausgewiesenen Regionen für Getreide- und Gemüseanbau stiegen die Preise pro Hektar gar bis auf 34.000 €.

Unter den Käufern war der Anteil von Gesellschaften (im Gegensatz zu physischen Personen) recht gering. Auffälliger ist dagegen eine andere Zahl: Denn nur noch 52 Prozent der Käufer kamen aus der Landwirtschaft selbst, heißt: gerade mal die Hälfte erwarb die Weiden-, Wiesen- und Anbauflächen aus rein beruflicher Motivation, wie die Notare explizit ergründeten.

Dennoch eröffnet die Initiative gerade jungen, investitionsfreudigen Landwirten, die ihre Hof- und Produktionstätigkeit ausweiten möchten, einen schnellen und umfassenden Blick auf verfügbare Ländereien in ihrem Umfeld und kann auf diese Weise besonders auch Spekulanten außerhalb der Branche einen Riegel vorschieben. Zudem kann das „Observatoire“ der Politik für eventuelle künftige Änderungen der Sektorenpläne wichtige Indizien liefern.

Mit anderen Worten: Der tatsächlich zu landwirtschaftlichen Zwecken genutzte Grund und Boden schrumpft in der Wallonie weiter kontinuierlich. Dagegen erstehen offenbar immer mehr der Landwirtschaft fern stehende Käufer Grünflächen, also Ländereien in der landwirtschaftlichen Zone, obwohl diese (vorerst noch) nicht als Baugrund genutzt werden können.

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