„Anders als ihre Vorgängerin versteht sie ihre Funktion nicht als Rolle und Verpflichtung, sondern als Beruf und Berufung“, sagt Professor Dr. Vincent Dujardin. Der Historiker der KU Löwen ist einer der Gesprächspartner, die in der Dokureihe „Beruf: Königin! Mathilde von Belgien“ zu Wort kommen. Die Filmemacherinnen Annette von der Heyde und Julia Melchior begleiteten Mathilde bei ihrer Staatsvisite in Südkorea und zum Weltwirtschaftsforum in Davos. Sie beobachteten sie beim Besuch von Frankreichs Staatspräsident Macron und seiner Frau Brigitte, bei eindrucksvollen Gedenkfeiern sowie kleinen Begegnungen im Alltag.
Mathildes Agenda: Armutsbekämpfung, Bildung, Gesundheit und die Stärkung der Rechte von Frauen und Kindern.
„Sie zeigen eine Frau, die den Menschen zugewandt ist und in der Welt etwas bewegen will. Eine Königin mit vollem Terminkalender, die sich trotzdem Zeit genommen hat für exklusive Dreharbeiten mit dem ZDF: Das Team wurde von der Königin in ihrem persönlichen Büro empfangen und erhielt eine Führung durch den Königlichen Palast von Brüssel auf den Spuren der Ahnen, unter denen sich auch Deutsche befinden“, heißt es weiter in einem Pressetext zum Film.
Die Monarchin, die einst als Logopädin von 1995 bis zur Heirat mit König Philippe Im Jahr 1999 berufstätig war, wird als jene vorgestellt, die eine „klare Agenda hat und unermüdlich im Einsatz ist: Armutsbekämpfung, Bildung, Gesundheit und die Stärkung der Rechte von Frauen und Kindern“. Als studierte Psychologin sei sie eine Galionsfigur im Bereich „Mental Health“ (psychische Gesundheit) und Kindeswohl.
Aus dem Königlichen Palast hat die vierfache Mutter, die 1973 in Uccle geboren wurde, den Kampf gegen Cyber-Mobbing aufgenommen, mit einer eigens produzierten Videobotschaft: „Internet-Mobbing ist erbärmlich!“. Als Ehrenvorsitzende der Stiftung „Child Focus“ setzt sie sich für vermisste und sexuell ausgebeutete Kinder ein. Ein Thema, das die belgische Gesellschaft seit den monströsen Taten des Marc Dutroux in den 1990er Jahren bewegt. Als Ehrenpräsidentin von Unicef Belgien engagiert sie sich weltweit für die Rechte von Kindern. Mit ihrem jüngsten Engagement ist sie Teil einer globalen Bewegung: 2016 wurde Königin Mathilde von den Vereinten Nationen in den Kreis der 17 Paten für die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung berufen, worauf die Belgier laut Interviewpartner Alexander De Croo (Open VLD), geschäftsführender Vize-Premierminister und Finanzminister, stolz seien. „Die Königin, die ich erlebe, ist anders als die Königin, die die breite Öffentlichkeit kennt. Da sie sich ihrer Rolle und des Protokolls sehr bewusst ist, wird sie sehr ernst, sobald Kameras auf sie gerichtet sind. Ich kenne sie von Arbeitsbesuchen und Arbeitskreisen als jemand, der sehr leidenschaftlich und engagiert ist, aber auch sehr humorvoll. Sie lacht gerne. Ich wünschte, die Öffentlichkeit würde auch diese Seite der Königin kennen“, erklärt in der ZDF-Dokureihe (vergangene Woche erschien „Beruf: Königin! Letizia von Spanien“, nächste Woche erscheint („Beruf: Königin! Máxima der Niederlande“) derweil Prof. Dr. Peter Adriaenssens, Kinder- und Jugendpsychiater sowie Mitglied im Management Committee des „Königin Mathilde Fonds“. Während Ludwig Prinz von Bayern über die Verbindung des belgischen Königshauses zu den Wittelsbachern referiert, bemerkt der Journalist Patrick Weber: „Königin Mathilde sagt oft, dass sie dafür da ist, Brücken zu bauen zwischen den Kulturen, zwischen den Völkern.“
(mv/red)

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