Fuglsang gewinnt bei Lüttich-Bastogne-Lüttich

<p>Im Herzen der Stadt Lüttich feiert Jakob Fuglsang vom Team Astana seinen Sieg.</p>
Im Herzen der Stadt Lüttich feiert Jakob Fuglsang vom Team Astana seinen Sieg. | Foto: Photo News

Der Däne Jakob Fuglsang hat sich mit dem Sieg beim Radsport-Monument Lüttich-Bastogne-Lüttich für eine unglücklich verlaufene Klassiker-Saison entschädigt. Der 34-Jährige vom Team Astana siegte am Sonntag nach 256 km durch das nasskalte Belgien als Solist. Fuglsang setzte die entscheidende Attacke 15 Kilometer vor dem Ziel an der letzten von elf gewerteten Anstiegen, der Cote de la Roche aux Faucons. Zuletzt hatte er als Dritter beim Amstel Gold Race sowie mit Rang zwei beim Fleche Wallonne einen Prestige-Erfolg knapp verfehlt. „Das ist ein unglaubliches Gefühl und ich bin froh, dass meine Frau Recht hatte, dass ich doch diese Rennen gewinnen kann. Ich werde ab jetzt immer auf sie hören, das verspreche ich“, so Fuglsang im Ziel.

Das deutsche Radsport-Talent Maximilian Schachmann gewann den Sprint der Verfolgergruppe, die das Ziel in Lüttich mit 57 Sekunden Rückstand auf Fuglsang erreichte. Vor Schachmann landete sein italienischer Teamkollege Davide Formolo (+ 0:27 Minuten). Angesprochen darauf, was ihm noch dazu fehle, ganz vorne zu sein, sagte Schachmann: „Das ist wieder typisch deutsch. Meiner Meinung nach bin ich ganz vorne.“ Dass er auch für Siege gut ist, hatte er zuvor auch schon bei der Katalonien- und der Baskenland-Rundfahrt unter Beweis gestellt.

Nach dem Start setzte sich eine achtköpfige Spitzengruppe bei Wind, Regen und Kälte frühzeitig ab. Nach der Wende in Bastogne - die Kleinstadt in den Ardennen war nach etwas mehr als 100 Kilometern passiert worden - betrug der Vorsprung noch rund sechs Minuten. 70 km vor dem Ziel wurde der letzte Ausreißer eingeholt. In der Folge scheiterten diverse weitere Fluchtversuche. Hier machten vor allem die Belgier Philippe Gilbert, Greg Van Avermaet, Bjorg Lambrecht und Tim Wellens von sich reden. Doch erst Fuglsang gelang es im Finale, eine Lücke zum Feld herauszufahren. Bald wäre der Radsportler in einer Kurve zu Fall gekommen, doch er rettete sich spektakulär.

Während sich der Olympia-Zweite von Rio 2016 bereits feiern ließ, setzte sich Schachmann im Sprint um Rang drei gegen namhafte Konkurrenten wie den italienischen Ex-Tour-Sieger Vincenzo Nibali sowie Adam Yates und Mikel Landa. Der spanische Weltmeister Alejandro Valverde (Movistar), viermaliger Sieger des Rennens, war bereits 105 Kilometer vor dem Ziel vom Rad gestiegen. Topfavorit Julian Alaphilippe aus Frankreich musste sich genauso geschlagen geben. Er wurde 16. Bester Belgier war Dylan Teuns auf Platz neun.

Das Rennen Lüttich-Bastogne-Lüttich bildet traditionell den Abschluss der Frühjahrs-Klassiker. Das Rennen zählt neben Mailand-Sanremo (März), der Flandern-Rundfahrt, Paris-Roubaix (beide April) und der Lombardei-Rundfahrt (12. Oktober) zu den fünf „Monumenten des Radsports“.

Zudem endete mit Lüttich-Bastogne-Lüttich die Ardennen-Trilogie, die das Amstel Gold Race und den Fleche Wallonne einschließt. Schon an diesem Mittwoch geht es für die Radprofis beim deutschen Klassiker Eschborn-Frankfurt weiter. (mv/sid/dpa)

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