„Das Sprachdefizit der flämischen Arbeitslosen ist zu groß. Die Sprache ist jedoch für die Integration unerlässlich, auch und gerade auf dem Arbeitsmarkt“, beklagt der flämische Abgeordnete Robrecht Bothuyne (CD&V) gegenüber der Zeitung.
Von den 192.445 Arbeitssuchenden in Flandern sind 32.861 Menschen dem Niederländischen nicht mächtig. Laut Bothuyne handelt es sich dabei nicht um Flüchtlinge, die erst kürzlich nach Belgien gekommen sind: „Fast 10.000 dieser Arbeitssuchenden sind seit mehr als zwei Jahren arbeitslos. 4.830 Menschen erhalten seit mehr als vier Jahren Leistungen. Sie sprechen immer noch wenig oder gar kein Niederländisch. Das ist inakzeptabel.“
Bothuyne fordert daher die Einführung eines Pflichtsprachkurses für alle Arbeitssuchenden. „Wer nicht kooperiert, setzt seine sozialen Leistungen aufs Spiel“, so Bothuyne. Der CD&V-Politiker will auch die Messlatte für Sprachkenntnisse höher legen und plädiert für ein Staatsexamen wie in den Niederlanden. „So weiß jeder Arbeitgeber, dass ein Bewerber mit einem Zertifikat in der Tasche ein gutes Niveau hat.“
Laut dem flämischen Arbeitsminister Philippe Muyters (N-VA) seien zum jetzigen Zeitpunkt noch Fragen offen: Wer organisiert die Prüfung? Werden auch Französischsprachige aufgefordert, ein solches Staatsexamen abzulegen? „Wir sind neugierig auf die konkrete Ausarbeitung des Vorschlags“, so Muyters. (belga)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren