Für echte Narren gibt es kein schlechtes Wetter – so auch nicht für Eupens Kinderprinz Lewin I. mit seinen Pagen Lena und Louise, die am Sonntag einen stimmungsvollen Kinderzug begleiten. Rund 50 Gruppen und Wagen ziehen zu Ehren des kleinen Prinzengespanns durch Eupens Straßen.
Foto: David Hagemann
Um zunächst beim Wetter zu bleiben: Beim Eupener Kinderzug ist alles vertreten. Von den „Oepener Knubbele“ in leuchtend gelber und unwettertauglicher Regenkluft als „Weser-Fischer“ bis zu den Gärtnern der Königlichen Prinzengarde, die mit Rasenmähern und Blümchen schon frühlingshaftes Feeling vermitteln. Als der Zug im Nachmittag von der Gospertstraße bzw. vom Werthplatz aus seine große Runde durch Eupens Innenstadt beginnt, ist es zwar nicht mehr sonnig und mild wie noch eine Woche zuvor. Aber von Sturm oder Unwetter kann auch keine Rede sein. Alles läuft organisatorisch wie geplant.
Der Kinderzug ist familiär und alles ist dabei.
Seinem Namen gemäß sind beim Kinderzug in Eupen auch viele kleine Jecken dabei. Die Allerkleinsten werden von ihren karnevalistischen Müttern oder Vätern im Kinderwagen mitgeschoben, um möglichst früh den närrischen Bazillus zu schnuppern. Die Größeren tollen zu Fuß durch die Reihen der Zugteilnehmer oder dürfen vom Wagen aus stolz und freudestrahlend Wurfmaterial aller Art unter den Zuschauern am Straßenrand verteilen.
Familiär ist er allemal, der Kinderzug am Sonntag. Nur halb so lang wie der große Rosenmontagszug, und doch mit allem, was der Straßenkarnevalist braucht. So etwa die offiziellen Karnevalsgesellschaften – allen voran die Kgl. Stadtwache Grün-Weiß Eupen, die mit Lewis I. und seinen Pagen Lena und Louise das strahlende Kinderprinzengespann stellt, sowie die Kgl. Karnevalspolizei Eupen, die sich auch im närrischen Jubeljahr (6 x 11 Jahre) motorisiert und zu Fuß die Rolle des Zugweg-Öffners nicht nehmen lässt.
Manche Gruppen haben große, von Traktoren gezogene Wagen dabei, bei anderen geht es bescheidener zu und es müssen Fahrräder oder originell umgebaute Gefährte mit Rasenmähermotoren reichen. Große und bunte Fußgruppen verbreiten Stimmung innerhalb des Zuges und am Straßenrand. „Gout te Vout“ („Gut zu Fuß“) ist da ein vielsagender Name, in diesem Jahr als Rehe und Jäger. Aber auch „De Schubbejacke“ – unter dem Motto „Wir sind Page“ diesmal leuchtend rot – seien erwähnt, oder beispielsweise „De Baah Nasen“ als Froschkönige.
Wer den Kinderzug nicht sieht, der hört ihn schon von weitem. Und dabei sind weniger das Harmonieorchester Eupen oder die Harmonie Ste. Barbe aus Warsage mit ihrer „handgemachten“ Musik gemeint als die großen Lautsprecher mancher Wagen. Und Wurfmaterial gibt es natürlich auch beim Kinderzug. Zur Freude der Zuschauer, die mit Plastiktüten erwartungsvoll schauen, was da von oben herab kommt. (mako)
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