Wüst schließt CDU-Kanzlerkandidatur in Deutschland nicht aus

<p>Hendrik Wüst (links, CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, kommt mit seiner Stellvertreterin, der Wirtschaftsministerin, Mona Neubauer (Bündnis 90/Die Grünen) zu einer Pressekonferenz der Landesregierung.</p>
Hendrik Wüst (links, CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, kommt mit seiner Stellvertreterin, der Wirtschaftsministerin, Mona Neubauer (Bündnis 90/Die Grünen) zu einer Pressekonferenz der Landesregierung. | Foto: Oliver Berg/dpa

Auf die Frage, warum sich der 47-Jährige nach nicht einmal zwei Jahren als Ministerpräsident überhaupt im Gespräch halte als Kandidat - anstatt das Dauer-Thema abzuräumen -, antwortete Wüst am Freitag ausweichend.

Bei einer Bilanz nach fast einem Jahr „Schwarz-Grün“ in Nordrhein-Westfalen sagte er in Düsseldorf, er sei einig mit CDU-Chef Friedrich Merz, dass diese Frage erst im Jahr vor der Bundestagswahl geklärt werde. „Und das ist absolut richtig.“

Es sei ein großes Verdienst von Merz, dass er über diese Frage einen Konsens hergestellt habe. „Er ist Partei- und Fraktionschef - damit ist auch die Führungsfrage da geklärt“, sagte Wüst. „Ich kann Ihnen aber eines sicher sagen: Ich tue gerne, was ich gerade tue.“ Auf die konkrete Nachfrage: „Wollen Sie Kanzler werden oder nicht“, bekräftigte er lediglich, aktuell sei seine Aufgabe in NRW.

Demonstrativ lobte er den Bundesparteichef. Merz sei es gelungen, das Verhältnis innerhalb der Union, „wieder zu heilen“, hob Wüst hervor. „Da war was kaputt, das weiß auch jeder.“

Nach den 16 Jahren Regierungszeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel hatten die Christdemokraten die Bundestagswahl 2021 krachend verloren. Kanzlerkandidat Armin Laschet legte den Parteivorsitz nieder, Merz - ein alter Merkel-Rivale - wurde sein Nachfolger. In Umfragen ist die CDU/CSU deutschlandweit stärkste Kraft im Lande. Merz hätte als CDU-Chef das Erstzugriffsrecht auf die Kanzlerkandidatur, doch seine Beliebtheitswerte in der Bevölkerung sind bescheiden. Deshalb werden auch Wüst oder der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther als möglich Herausforderer von Kanzler Olaf Scholz (SPD) bei der Wahl 2025 gehandelt. Beide hatten bei Landtagswahlen 2022 gute bis sehr gute Ergebnisse für die CDU geholt. (dpa/calü)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment