Eine entsprechende Resolution in diesem Sinne hat das wallonische Regionalparlament am Mittwoch einstimmig verabschiedet. Lebendtransporte und das Töten in großen Schlachtbetrieben seien somit nicht mehr nötig, argumentieren die Befürworter des Vorstoßes. Die ostbelgische Regionalabgeordnete Jenny Baltus-Möres (PFF-MR), eine der Autorinnen der Resolution, hat das Thema im Parlament der Wallonischen Region vorbereitet und in vielen Gesprächen mit Landwirten und Akteuren des Sektors, der Vereinigung „Nature&Progrès“ sowie dem Kabinett des föderalen Landwirtschaftsministers Denis Ducarme (MR) darüber ausgetauscht: „Das Schlachten von Rindern in ihrer gewohnten Umgebung ist respektvoller. Nicht nur der oft unwürdige Lebendtransport bleibt aus, auch kommt das Rind nicht mit fremden Tieren in Kontakt, wie dies in klassischen Schlachtbetrieben der Fall ist“, sagt sie.
Dies seien nur einige der Gründe, weshalb auch Bio-Landwirte und Vertreter von „Nature&Progrès“ die bereits in Schweden oder Deutschland ermöglichte Schlachtung in gewohnter Umgebung befürworten. „Das stresst Tier und Landwirt weniger und der Schlachtungsvorgang findet unter besseren Bedingungen statt. Der Züchter kann bei dem Vorgang dabei sein und sieht, dass das Tier nicht leidet. Es ist erwiesen, dass sich durch die Stressverringerung auch die Fleischqualität verbessert. Deshalb kommen mobile Schlachteinheiten auch den Interessen des Verbrauchers zugute“, ist Jenny Baltus-Möres überzeugt. Im Rahmen der Vorbereitungen für die Resolution stand die Abgeordnete nach eigenen Angaben sowohl mit der Biokontaktgruppe Ost wie auch mit dem Grünen Kreis in Kontakt. Dabei habe sich herausgestellt, dass auch in Ostbelgien nicht wenige Landwirte an der Hofschlachtung Interesse zeigen.
Damit das Modell bezahlbar bleibt, wird die Regionalregierung aufgefordert, sich finanziell zu beteiligen.
Konkret werden soll dies nun mittels eines hierfür konzipierten Lkw beziehungsweise Schlachtwagens unter hygienisch einwandfreien Bedingungen, der zu diesem Zweck von der föderalen Ebene – von der Föderalagentur für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette (Fasnk/Afsca) – als mobile Schlachteinheit anerkannt werden muss. Damit das Vorhaben hierzulande umgesetzt werden kann, richtet sich der Text der drei Abgeordneten Jenny Baltus-Möres, André-Pierre Puget (unabhängig) und Josy Arens (CDH) deshalb nicht nur an die regionale, sondern auch an die föderale Regierung. Und damit das Modell für die interessierten Landwirte bezahlbar bleibt, fordern die Abgeordneten die Regionalregierung dazu auf, sich finanziell an der Anschaffung der entsprechenden mobilen Schlachteinheiten zu beteiligen.
Ähnlich wie der aus der Provinz Luxemburg kommende Josy Arens ist Jenny Baltus-Möres der Meinung, dass die mobile Schlachtung gerade in ländlich geprägten Regionen eine gute Sache ist: „Besonders dort, wo die klassischen Schlachtbetriebe etwas weiter entfernt vom Hof liegen“, bringt sie das Prinzip der Kreislaufwirtschaft und der Wirtschaft der kurzen Wege ins Spiel. „Und wenn anderswo, wie zum Beispiel in Schweden bereits seit 2015 der Fall, jährlich etwa 5.500 Zuchttiere mittels mobiler Schlachteinheiten getötet werden, sollte dies auch bei uns endlich Realität werden“, sagt sie. In Belgien soll die Inbetriebnahme einer solchen mobilen Schlachteinheit rund 750.000 Euro kosten. (sc/red/belga)




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