Vorbote des Frühlings: Der Eismann am Eupener Marktplatz ist wieder da

<p>Egidio Panciera hat seine Eisdiele wieder geöffnet.</p>
Egidio Panciera hat seine Eisdiele wieder geöffnet. | Foto: Heinz Gensterblum

Wenn Egidio Panciera seine Eisdiele am Eupener Marktplatz nach der Winterpause aufsperrt, weiß man in der Stadt, dass es mit dem Frühling nicht mehr allzu weit her ist. 2023 präzise gesagt 44 Tage vom Eröffnungstag am vergangenen Samstag bis zum Frühlingsbeginn am 20. März.

Mehrere Wochen früher als sonst hatte Egidio Panciera bereits Ende September seine Eisdiele geschlossen, die er seit 2005 im Herzen der Innenstadt führt. Grund für die vorzeitige Heimreise war das fehlende Personal gewesen, was ihm keine andere Wahl gelassen hätte. „Fakt ist, dass viele Mitarbeiter sich in der Coronazeit anderweitig nach einer Beschäftigung umgesehen haben“, betont der 70-Jährige. Die letzten vier Monate hat er nun in Foppa, seiner Heimatortschaft im Val di Zoldo in den Dolomiten, verbracht, das auch als Tal der Eismacher bekannt ist.

Seit Samstag belebt er wieder ein wenig den Marktplatz, der unter geschlossenen Lokalen wie Paparazzi, Oscar, Piazza und Old Inn leidet. Vier Tage war er mit der Vorbereitung der 20 Eissorten beschäftigt. Blaues oder giftgrünes Eis sucht man bei ihm weiter vergeblich. Egidio Panciera ist, was die Eisproduktion angeht, Traditionalist. Dennoch gibt es bei ihm auch spannende Sorten wie beispielsweise eine Eiscreme aus Vanille und Safran zu entdecken. Zu den „besonderen“ Sorten gehören aktuell auch das Doppel-Pistazie und das Fondente. „Für mich war nie die Zahl der Sorten entscheidend, sondern immer Frische und Qualität“, betont der Eismacher aus Leidenschaft. Renner bleibt nach wie vor das Vanilleeis. „Davon verkaufen wir mehr als von allen anderen Eissorten zusammen“, sagt Panciera. Die Vanille kommt aus Tahiti und kostet 800 Euro das Kilogramm.

Der Preis für die „normale“ Kugel liegt nach den Preisanstiegen in den vergangenen Jahren weiter bei 1,50 Euro. „Das ist teurer als vielleicht in Deutschland, wo die Lebensmittel verhältnismäßig preisgünstig sind, aber günstiger als im Landesinneren“, so Panciera und ergänzt: „Aus Erfahrung weiß ich auch, dass die Pro-Kopf-Bestellung hier in Eupen viel höher ist als früher in meiner Eisdiele in Aachen.“ Nach wie vor wird er sein Café täglich, aber mit reduzierten Zeiten, öffnen: im Februar von 12 bis 21 Uhr (sonntags ab 13 Uhr), ab März dann wieder um 11 Uhr. (hegen)

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