Denn der Bereich um den Bushof mit seinen vielfältigen Problemlagen steht seit Jahren im Fokus der Öffentlichkeit. Die Situation um diesen innerstädtischen Raum mit einem hohen Pendleraufkommen, städtebaulichem Entwicklungsbedarf, Einzelhandels-Leerstand sowie zahlreichen Einrichtungen, die ein Anziehungspunkt für Menschen mit Suchtproblemen sind, hat sich in der jüngsten Zeit dramatisch verschärft. Es kommt immer häufiger zu deutlichen Nutzungskonflikten, so dass viele Bürger sich inzwischen rund um den Bushof unsicher fühlen.
Mit der Koordinationsstelle soll ein Netzwerk entstehen.
Die Diplomsozialarbeiterin und frühere Integrationsbeauftragte Heidemarie Ernst soll nun – sozusagen als „Kümmerin rund um den Bushof“ – gemeinsam mit zahlreichen Akteuren aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie aus der Nachbarschaft des gesamten Bereichs die verschiedenen infrastrukturellen und sozialen Prozesse begleiten und weiterentwickeln. Mit der Koordinationsstelle soll sie ein Netzwerk über alle Bereiche aufbauen sowie für eine gute Kommunikation zwischen den einzelnen Akteuren sorgen. Für die Menschen vor Ort soll sie Anlauf- und Informationsstelle sein sowie gemeinsam mit ihnen kreative Ideen zur Image- und Umfeld-Verbesserung initiieren und umsetzen. Sie sagt: „Meine Aufgabe sehe ich vor darin, Kontakte zwischen allen bereits rund um den Bushof engagierten Akteuren und den Betroffenen vor Ort herzustellen, ihnen zuzuhören sowie ihnen die Möglichkeit zu geben, sich aktiv in das Geschehen und vor allem den notwendigen Veränderungsprozess einzubringen.“
Die Arbeit der Koordinationsstelle wird von der Bezirksvertretung Aachen-Mitte gesteuert. Heidemarie Ernst arbeitet eng mit Bezirksbürgermeisterin Marianne Conradt zusammen und berichtet in der Bezirksvertretung auch regelmäßig über die Ergebnisse ihrer Arbeit und die weiteren Planungen. Ihr Wirkungskreis umfasst den Bereich zwischen Promenadenstraße, Blondelstraße, Komphausbadstraße, Alexanderstraße und Gasborn. Der Bushof ist einerseits Wohngebiet, andererseits Mobilitätsknotenpunkt. Der Anteil der hier lebenden Ausländer ist hoch, ebenso fällt der Anteil der 18 bis 30jährigen Bewohner im Vergleich zur Gesamtstadt Aachen höher aus. Das könnte, laut Heidemarie Ernst, auch Merkmal für eine hohe studentische Wohnbevölkerung sein. Werktags, so berichtete sie weiter, steigen täglich 40.000 Fahrgäste am Bushof ein und aus – etwas die Hälfte als Umsteiger. Stündlich passieren daneben rund 800 Fahrzeuge und 200 Fahrräder die Kreuzung am Bushof. Gleichzeitig sind pro Stunde ungefähr 2.000 Fußgänger in diesem Bereich unterwegs.
„Mir sind angesichts solcher Zahlen wirklich die Augen aufgegangen“, bekannte Bezirksbürgermeisterin Marianne Conradt jetzt in einem Pressegespräch zum Thema „Koordinationsstelle Bushof“. Und weiter: „Mir ist dabei noch einmal bewusst geworden, wie wichtig es gerade hier am Bushof ist, alle beteiligten Akteure zusammenzubringen, um gemeinsam an der dringend notwendigen Verbesserung der Aufenthaltsqualität zu arbeiten.“
Eine positive Aufenthaltsqualität möchte Heidemarie Ernst in den kommenden drei Jahren vor allem durch die Koordination sozialer und ordnungsbehördlicher Maßnahmen, die Förderung eines positiven Erscheinungsbilds sowie durch mehr Sauberkeit und dem Abbau von Unsicherheitsgefühlen und Missständen erreichen.
Erster kleiner Schritt: Zahlreiche defekte Lampen wurden repariert.
Aber auch die Initiierung von kleinen Projekten zur Imageveränderung wie Kultur- und Kunstaktionen gehören zu den Ideen, die Heidemarie Ernst bisher auf ihrer „To Do-Liste“ stehen hat.
Seit Dezember hat Heidemarie Ernst über 400 Flyer verteilt, um sich und ihre Arbeit unter dem Motto „Gemeinsam mehr erreichen“ vorzustellen. Sie hat mit zahlreichen Einzelpersonen, städtischen Fachbereichen, Arbeitsgemeinschaften, Kooperationspartnern und Gremien gesprochen, wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte. Eine Internetseite ist in Arbeit. Im Bushof wurden zahlreiche nicht funktionierende Lampen durch die Aseag repariert. Daneben initiiert Heidemarie Ernst gerade eine Reinigung des Areals Bushof, die durch eine Kooperation des städtischen Fachbereichs Wohnen, Soziales und Integration mit dem Aachener Stadtbetrieb ermöglicht wird. In Kürze wird das Gebiet mit Hochdruck feucht gereinigt. (red)

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