Es ist eine erfreuliche Nachricht, dass sich nach zwei Jahrzehnten die DG bemüht, etwas für die Rettung der Burg zu tun. Nur der Zeitpunkt und die Vorgehensweise werfen kritische Fragen auf. Mein Termin vom 13. März 2020 mit Oliver Paasch wegen der Eyneburg wurde auf eine Videokonferenz mit seinem Kabinettschef auf den 24. März 2020 verschoben. An der Konferenz nahm ein aus Eupen stammender Promotor für hochwertige Wellness-Anlagen teil.
Da der Investor keine Übereinkunft mit den Besitzern für die stark in Mitleidenschaft gezogene Burg fand, schlug ich eine per Dekret zulässige Enteignung und die Vermietung per Erbpachtvertrag auf 99 Jahren vor. Sämtliche entstandenen Kosten wären von den Geldgebern übernommen worden. In der Videokonferenz zeigte sich der Kabinettschef des Ministerpräsidenten abweisend zu dem Projekt und gab vor, die Schritte juristisch prüfen zu müssen. Nach vier Monaten teilte mir ein Mitarbeiter des Kabinetts auf Nachfrage mit, dass die Regierung eine Enteignung als verfrüht betrachte.
Das Wellness-Projekt, das in Kelmis den Tourismus gefördert und wirtschaftliche Vorteile gebracht hätte, war somit gestorben. Eineinhalb Jähre später ist alles anders! Meine Idee wurde umgesetzt, mit dem Unterschied, dass die Übernahme auf Kosten des Steuerzahlers abgewickelt wird. Der Schätzpreis des Immobilienerwerbskomitees im Jahr 2009 von 1.260.000 Euro für die noch einigermaßen intakte Burg, steigt nun auf 2.100.000 Euro für ein dem Verfall bedrohtes Objekt.
Wer war da für die Einschätzung zuständig? Die Abwicklung geht auch nicht mehr zu Lasten eines Investors, sondern wird jetzt mittels Steuergelder finanziert! Der Zeitpunkt liegt politisch gesehen äußerst günstig vor den anstehenden Wahlen 2024, und Bürgermeister Frank springt gerne, wie immer, auf diesen Zug mit drauf. Mit Spannung ist jedoch abzuwarten, wie die Sache weitergeht, denn mit dem Ankauf allein ist die Burg nicht gerettet.
Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren