Auf zentralen Plätzen, bei Märkten und Festen, vor Supermärkten oder Firmen wurden die Zwischenergebnisse des bisherigen Bearbeitungsprozesses präsentiert. Im September 2020 kündigte die DG-Regierung in ihrer Regierungserklärung an, einen umfassenden Leitbildprozess zu starten, bekannt unter: „Ostbelgien leben 2040“. Mit dem Ostbelgien-Mobil wurden die Ergebnisse vorgestellt, die seit 2020 in Gesprächen und Workshops mit Bürgern und Experten entstanden sind. Die Fachleute nehmen die Meinungen und Wünsche der Ostbelgier auf und stehen für Fragen und Gespräche zur Verfügung. In ungefähr 400 Einzelgesprächen haben die Planerinnen und Planer ausführlich Themen erläutert, Fragen beantwortet und Anregungen aufgenommen. Für knapp 250 Schülerinnen und Schüler an vier Schulen in der gesamten DG wurden spezielle Lerneinheiten konzipiert. Das Ziel: Die Vorstellungen der „Erwachsenen der Zukunft“ zum Jahr 2040 erfahren.
Plakate und Flyer sowie ein Film zur Raumordnung halfen dabei Inhalte zu verstehen. Statt klassisch durch Abendveranstaltungen über den Arbeitsstand zu informieren, wurde bewusst ein anderer Weg gewählt. „Wir sind […] dorthin gegangen, wo die Menschen sind, bei der Arbeit, beim Einkaufen oder in der Freizeit, um insbesondere diejenigen zu erreichen, die möglicherweise nicht zu einer Bürgerversammlung kommen würden“, fasst Frank Pflüger vom beauftragten Planungsbüro HJPplaner die Absicht des Ostbelgien-Mobils zusammen. Diese „ungewöhnliche Form“ einer Öffentlichkeitsbeteiligung vor Ort habe regen Zuspruch gefunden, heißt es in der Mitteilung. Manche Interessierte kamen gezielt und vorbereitet zum Mobil, andere wurden von den Planerinnen und Planer aktiv angesprochen. Es habe große Zustimmung zu den Zielsetzungen der Vision „Ostbelgien leben 2040“ und zu den Zielen der Raumordnung gegeben, hieß es. „Es wurde anerkannt, dass für eine qualitätvolle Zukunftsgestaltung Verhaltensänderungen notwendig sein werden“. Dass dafür auch „dicke Bretter“ gebohrt werden müssten und Widersprüche unvermeidbar seien, sei vielen Besucherinnen und Besucher des Ostbelgien-Mobils bewusst gewesen, hieß es weiter.
Virtuell begleitet wurde das Mobil durch eine Online-Beteiligung. Die Aufrufstatistik zeigte rege Leserschaft. Knapp 125 umfangreiche Kommentare wurden eingereicht. Besonders viele Rückmeldungen bezogen sich auf die Themenfelder Vernetzung und Weltoffenheit, Bildung und Arbeit sowie Umwelt und Energie. „Der mit diesem aufsuchenden Format verbundene Aufwand hat sich durch die vielen gewinnbringenden und überaus konstruktiven Beiträge gelohnt“ meint Lucyna Zalas, Referatsleiterin Regionalplanung im Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft.
Zur Raumstrategie Ostbelgiens wurde zusätzlich auch ein kleiner Aufklärungsfilm gedreht, der den Interessierten die Inhalte und Ziele dieser näher bringt: Was steckt hinter der Raumstrategie? (Text geht unter dem Video weiter)
Auch das Gewinnspiel, an dem die Besucherinnen und Besucher des Mobils teilnehmen konnten, hat einen großen Zulauf erfahren. Zu gewinnen, gab es drei Preise. Die Gewinner wurden Anfang Dezember persönlich durch Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG) ausgelost. Den ersten Preis, ein Ostbelgien-Picknickkorb, gewann Sylke Tegtmeier. Calvin Braem erhält einen Gutschein für einen E-Bike-Verleih für zwei Personen. Der dritte Preis ging an René Dupont, der sich über einen Ostbelgien-Rucksack freuen durfte.
Alle Anregungen werden ausgewertet und in den weiteren Bearbeitungsprozess eingespeist. Die weiterentwickelten Zukunftsvorstellungen werden im ersten Quartal 2023 intensiv mit den Gemeinden besprochen. Anschließend folgt im Rahmen einer Zukunftskonferenz wiederrum eine Beteiligung der Öffentlichkeit zur Entwicklungs-und Raumstrategie. Die Entwicklungsstrategie setzt die Tradition des Regionalen Entwicklungskonzeptes mit den entsprechenden Umsetzungsschritten fort, während die Raumordnungsstrategie die Grundlage für eine neue Raumordnungsgesetzgebung bilden soll. Über die Webseite www.ostbelgienleben2040.be werden weiterhin laufend Zwischenergebnisse präsentiert. (red/sc)

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