Erneut mehrere Migranten im Mittelmeer ums Leben gekommen

<p>Erneut mehrere Migranten im Mittelmeer ums Leben gekommen</p>
Illustrationsbild: picture alliance/dpa/Sea-Eye/Julie Bourdin

Ein stark überlastetes Boot, das mit 60 Menschen an Bord aus der Hafenstadt Tripoli im Libanon gestartet war, sank bei hohem Wellengang, wie die Armee der staatlichen Nachrichtenagentur NNA zufolge am Sonntag mitteilte. Einsatzkräfte zogen nach dem Unglück mindestens neun Leichen aus dem Wasser, darunter die eines kleinen Mädchens. Die Armee habe rund 50 Menschen gerettet.

Ein Überlebender warf der Marine vor, das Boot gerammt und es so zum Sinken gebracht zu haben. Marinekommandeur Haitham Dinnaui wies dies zurück und erklärte, das Boot sei nur auf zehn Passagiere ausgelegt gewesen und deshalb gesunken. Der Überlebende sagte, das Leben im Libanon sei „unerträglich“ geworden. Das Land erlebt derzeit seine schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten.

Vor der Küste von Sfax in Tunesien wurden unterdessen die Leichen von mindestens 17 weiteren Migranten entdeckt. Gerichtssprecher Murad al-Turki zufolge waren sie an Bord von insgesamt vier Booten, die in den vergangenen Tagen sanken. Vor der tunesischen Küste rettete die Küstenwache demnach rund 100 Menschen. Der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge waren die vier Boote auf dem Weg nach Italien. (dpa/ag)

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