„Der Lütticher Provinzialrat kam am gestrigen Donnerstag, den 16.12.21 um 16.30 Uhr zusammen. Dort erfuhren die Mitglieder, dass einige Tagesordnungspunkte so dringlich waren, dass sich das Präsidium um 16 Uhr getroffen habe und der Ausschuss 1 um 16.15 Uhr“, erläutert der Provinzialrat wörtlich in der Pressemitteilung. Die Dokumente befänden sich auf einem Portal der Provinz. „Wie sich herausstellte, handelte es sich bei einem dieser Dringlichkeitspunkte um ein Zusammenarbeitsabkommen zwischen der Provinz Lüttich und der Hilfeleistungszone 6, welche bekanntlich die neun deutschsprachigen Gemeinden umfasst“, teilt Yves Derwahl weiter mit. „Das für uns Deutschsprachige so wichtige Thema der Hilfeleistungszone, deren Finanzierung, Funktionsweise usw. ist einfach so durchgewunken worden, ohne dass die Provinzialräte, die nicht Mitglied im Ausschuss 1 sind - geschweige denn die vier deutschsprachigen Provinzialräte -, die Gelegenheit gehabt hätten, das Dokument vernünftig zur Kenntnis zu nehmen, dazu Fragen zu stellen, usw.…In meinen Augen ist das nicht nur höchst unseriös, sondern ein flagranter Mangel an Respekt uns deutschsprachigen Belgiern gegenüber“, kritisiert der PFF-Politiker. Yves Derwahl erinnert daran, dass jedes „noch so unbedeutende Dokument“ normalerweise im jeweiligen Ausschuss des Rats auf die Tagesordnung gesetzt und debattiert werde, wie dies in jedem Parlament der Fall sein sollte. Dass man in einer Frage, die die Sicherheit der ostbelgischen Bevölkerung angeht, die Provinzialräte nicht ihren Job machen lässt, kann Yves Derwahl „beim besten Willen“ nicht nachvollziehen. Der Eupener Provinzialrat, der nach eigenen Angaben oftmals die deutschsprachige Hilfeleistungszone im Rat thematisiert hat, stellt sich die Frage, ob eine Vertretung Ostbelgiens in Lüttich überhaupt noch Sinn ergibt. (red/sc)
Yves Derwahl: Hat die Vertretung Ostbelgiens in Lüttich überhaupt noch einen Sinn?

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren