Kreuzung an der Einfahrt zur Paveestraße

Im Artikel „Kreuzung nach Unfall auf dem Prüfstand“ vom 25. September gehen Sie auf das Sicherheitsproblem an einer Eupener Kreuzung ein, das inzwischen auch zu Diskussionen im Stadtrat geführt hat. An vielen Kreuzungen in Eupen gibt es ähnliche Probleme.

Ich finde aber, dass in der Diskussion ein Aspekt absolut nicht zur Sprache kommt. Frau Annick Meys spricht das Problem deutlich an, sie nennt es aber nicht beim Namen! „Eine Traube Schüler, die meisten starren mit gesenktem Blick auf ihr Smartphone, schlurft über den Zebrastreifen in der oberen Paveestraße.“ „Eine junge Mutter schiebt einen Kinderwagen vor und zieht ein bockiges Kleinkind hinter sich her.“ Und „… da nähert sich schnellen Schrittes ein Herr in feinem Zwirn, Laptoptasche in der Hand – und hastet rüber. … Der Fußgänger, das Smartphone zwischen Ohr und Schulter geklemmt…“ Das sind die drei erwähnten Situationen.

Nur für eine von den Dreien habe ich Verständnis: für die Mutter mit dem Kinderwagen! Die anderen? Das sind keine Verkehrsteilnehmer! Nein, sie nehmen nicht teil am Verkehr. „Teilnehmen“ bedeutet auch Rücksicht nehmen; auch Fußgänger sind dazu verpflichtet! Die Schüler im obigen Artikel verhalten sich wie Lemminge: Sie rennen hintereinander ins Unglück hinein. Sie laufen wie unter einer Glocke, sehen nichts, hören nichts, riechen nichts. Ihnen ist alles egal, nur was sie zwischen ihren Scheuklappen auf dem Smartphone sehen können, zählt. Teilnahmslos, rücksichtslos! Der Herr im feinen Zwirn, das ist ein Paradebeispiel von Rücksichtslosigkeit: hier komme ich! Sitzt der gleiche Herr im Auto, wird er der erste sein, der über die Fußgänger schimpft.

Die Verkehrsinsel war an sich eine gute Idee um die Autofahrer, die meistens allzu rasant in die Paveestraße einbogen, zu bremsen. Dass die Fußgänger aber den Vorrang, den sie auf dem Zebrastreifen haben, für sich beanspruchen würden ohne die geringste Rücksicht auf die anderen Verkehrsteilnehmer, hätte man ahnen müssen. Gutes Funktionieren des öffentlichen Verkehrs benötigt gegenseitigen Respekt und gegenseitige Rücksicht! Ob eine Neuplanung der Kreuzung mit Absperrungen und Verlegung des Zebrastreifens etwas bringen wird? Wenn es kein Umdenken gibt, das zu mehr Rücksicht führt, glaube ich nicht, dass das Problem an dieser und an anderen Kreuzungen gelöst wird.

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