Erst vergangene Woche hatte das belgische Militär stolz verkündet, dass die Leopold I „mit der jüngsten Besatzung aller Zeiten“ an der NATO-Übung teilnehmen werde. 65 Prozent der Besatzung sei jünger als 35 Jahre, hieß es. An „Joint Warrior“ sind Schiffe, U-Boote, Flugzeuge, Hubschrauber und Bodentruppen beteiligt.
Für Marinesoldaten sei solch eine Übung einmalig, hieß es am Wochenende aus Armeekreisen, wo man den Ausschluss der eigenen Leute zutiefst bedauert. Die Schuld dafür scheint man bei der Armee bei Verteidigungsministerin Ludivine Dedonder (PS) suchen zu wollen. Das Militär müsse mit allen Mitteln neue Rekruten anwerben, für deren Ausbildung es allerdings an Ausbildern und vor allem an Zeit fehle, zitiert VRT einen anonymen Informanten.
Die neue, junge Garde habe sehr schnell vorbereitet werden müssen, bestätigt Oliver Vogels, Sprecher der Marine. Hinzu komme, dass jeder, der auf einem Schiff eingesetzt werde, zwei bis drei Funktionen ausüben müsse. Das sei das Besondere bei der Marine, erfordere aber auch eine zwei- bis dreifach höhere Ausbildung der jungen Matrosen.
Die Besatzung der Leopold I habe in den vergangenen drei Wochen zwar zusätzliche Schulungen und Übungseinheiten durchlaufen, was aber offenbar nicht ausreichend war, erklärt Oliver Vogels. Man habe sogar zusätzliche Ausbilder mit viel Erfahrung hinzugezogen. Bei der Marine hofft man, dass die Leopold I sich in den nächsten Tagen doch noch der NATO-Übung wird anschließen können. (belga/um)

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