Abkommen zu Uni-Abschlüssen: Benelux und baltische Staaten erkennen Diplome automatisch gegenseitig an

Damit soll die hochschulbezogene Zusammenarbeit und Lernmobilität gefördert werden, teilte das estnische Bildungsministerium in Tallinn am Montag mit. Die Vereinbarung sei einzigartig in Europa und diene daher als Beispiel für die automatische Anerkennung von Abschlüssen in ganz Europa. Sie mache es Studenten aus Estland leichter, ein Studium in den Niederlanden, Belgien oder den baltischen Nachbarstaaten aufzunehmen, hieß es dazu in der Mitteilung. Umgekehrt können nun auch Studenten aus den Benelux-Ländern einfacher im Baltikum studieren.

Analysen haben demnach bestätigt, dass die Hochschulsysteme der baltischen Staaten und der Benelux-Länder den Prinzipien und dem Modell des Europäischen Hochschulraums entsprechen. Die Systeme seien vergleichbar und es gebe keine wesentlichen Unterschiede, hieß es. Estland, Lettland und Litauen hatten zuvor bereits ein regionales Abkommen zur automatischen Anerkennung von Qualifikationen abgeschlossen. Vor gut 20 Jahren hatten zahlreiche europäische Staaten den sogenannten Bologna-Prozess gestartet. Damit sollen europaweit Studiengänge und Abschlüsse harmonisiert und die internationale Mobilität von Studenten gefördert werden. Bisher ist dies jedoch längst nicht in jedem Land gleich gut umgesetzt worden.

DG-Bildungsministerin Lydia Klinkenberg (ProDG) hat den Vertrag ebenfalls unterzeichnet: „In der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens leben wir in einer Grenzregion. Die Nähe zu unseren Nachbarländern führt zwangsläufig dazu, dass wir eine hohe grenzüberschreitende Mobilität sowohl auf dem Arbeitsmarkt als auch im Bildungswesen verzeichnen. Die automatische gegenseitige Anerkennung von Hochschuldiplomen bietet daher aus den oben genannten Gründen für unsere Gemeinschaft einen großen Mehrwert. Es freut mich, dass die Deutschsprachige Gemeinschaft Teil dieses Vertrags ist. Ich hoffe, dass sich schon bald weitere Länder dem Vertrag anschließen werden, damit wir den Wirkungsradius noch erweitern können“, sagte sie laut Mitteilung. (dpa/red/sc)

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