Während der Corona-Wellen gingen die Sprechstunden bei Haus- und Fachärzten deutlich zurück, insbesondere im März und April 2020, mit bis zu 51 % weniger Besuchen bei Hausärzten, teilt der Verband mit. Die Auswirkungen von Covid-19 seien auch beim Arzneimittelverbrauch (10 % weniger zwischen März und Mai 2020), bei den Krankenhauseinweisungen (49 % weniger im April 2020) und bei der Inanspruchnahme von Notaufnahmen (25 % weniger von März bis Mai 2020) zu spüren gewesen.
Die Freien Krankenkassen heben die Telemedizin hervor, die eine gewisse Kontinuität in der Betreuung chronisch Kranker ermöglicht haben. Fast die Hälfte der während der ersten Welle der Pandemie verschobenen oder abgesagten physischen Sprechstunden wurde durch telemedizinische Termine ersetzt. Ab Juni 2020 wurden alle persönlichen Kontakte durch den „Tele-Arzt“ kompensiert.
Besonders chronisch Kranke, Betroffene einer schweren Krankheit oder eines Notfalls sollten die Behandlung nicht aufschieben, so der Verband. Sie sollten gut über ihre Erkrankung informiert sein und in engem Kontakt mit ihrem behandelnden Arzt stehen. Um die Kontinuität der Versorgung chronisch Kranker zu gewährleisten, seien Telekonsultationen daher sehr nützlich. Aus diesem Grund setzen sich die Freien Krankenkassen für die Fortführung der Telemedizin ein. Es muss ein rechtlicher Rahmen geschaffen werden, der die Qualität und Sicherheit der Versorgung aller Patienten gewährleistet.
Zur Vorbeugung sei es auch wichtig, dass Vorsorge- und Nachsorgeuntersuchungen für Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen durchgeführt werden. Um den Bedürfnissen von Patienten bei einer neuen Pandemie gerecht zu werden, empfiehlt der Landesbund der Freien Krankenkassen die Erstellung eines „Pandemieplans“, der klare Maßnahmen zur Sicherstellung der Kontinuität der Versorgung und der Nachsorge von Notfallpatienten vorsieht. (red/gz)

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