Solidarität von oben und von unten

Am vergangenen Samstag war auf der Internetseite des GrenzEcho zu lesen, der für Finanzen und Haushalt zuständige Minister der Wallonischen Region, Jean-Luc Crucke, fordere „nationale Solidarität“ beim Wiederaufbau der durch das Hochwasser geschädigten wallonischen Gemeinden. Es ist zu hoffen, dass diese nachvollziehbare und gerechtfertigte Forderung nicht auf taube Ohren stößt und auf föderaler Ebene die notwendigen Maßnahmen getroffen werden, um die erforderlichen enormen Finanzmittel mit bereitzustellen. Dieser Solidarität von oben sollte auch Solidarität von unten entsprechen. ALLE Ausgaben für Projekte der Wallonischen Region sollten auf ihre momentane unabdingbare Notwendigkeit überprüft werden. Das sollte auch für die Ausgaben geschehen, die schon durch den Instanzenweg gegangen und beschlossen sind. Beispielhaft für solche beschlossenen Maßnahmen können Projekte der „Neugestaltung der Dorfkerne“ angeführt werden.

So sollen die „Dorfkerne“ der Ortschaften Elsenborn und Nidrum für rund zwei Millionen Euro, davon 750.000 Euro Zuschüsse der Wallonischen Region, „neugestaltet“ werden. Ob das „Neugestalten“ eine unumgängliche Notwendigkeit darstellt, ist in der aktuellen Situation zumindest mehr schwierig zu begründen. Angesichts der bestehenden Notlagen wäre es nicht nur nachvollziehbar, sondern sogar notwendig, ALLE Luxusprojekte bis auf Weiteres auszusetzen. Wir Bürger würden dafür volles Verständnis aufbringen. Hoffentlich haben die politisch Verantwortlichen der Region die Courage, entsprechende Beschlüsse zu fassen.

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