Studien zu Kopfbällen: Englischer Verband ändert Leitlinien

<p>Wie gefährlich sind Kopfbälle für Fußball-Profis? Das Bild entstand beim EM-Vorrundenspiel zwischen England und Schottland im Wembley Stadion. Tyrone Mings (l.) aus England und Lyndon Dykes aus Schottland kämpfen um den Ball.</p>
Wie gefährlich sind Kopfbälle für Fußball-Profis? Das Bild entstand beim EM-Vorrundenspiel zwischen England und Schottland im Wembley Stadion. Tyrone Mings (l.) aus England und Lyndon Dykes aus Schottland kämpfen um den Ball. | picture alliance/dpa/PA Wire

„Diese Empfehlung dient dem Schutz des Spielerwohls und wird regelmäßig überprüft, wenn weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um mehr über die Auswirkungen des Kopfballs im Fußball zu erfahren“, teilte die FA am Mittwoch mit. Die Vereine sollen zudem Spielerprofile erstellen, die Geschlecht, Alter, Spielposition, die Anzahl der Kopfbälle pro Spiel und die Art dieser Kopfbälle berücksichtigen. Diese Profile können verwendet werden, um sicherzustellen, dass alle Trainingseinheiten die Art und Anzahl der Kopfbälle widerspiegeln, die ein Spieler in einem Spiel erwarten könnte, hieß es. Gelten sollen die neuen Leitlinien für die ersten vier Männer-Ligen und die Frauen Championship, aber auch im Amateur- und vor allem im Jugendbereich sollen zu hohe Belastungen im Kopfballbereich vermieden werden.

Besonders in England gibt es eine Debatte über die möglichen Langfristfolgen des Fußballs. Vergangenes Jahr machte die Frau von Sir Bobby Charlton öffentlich, dass ihr Mann an Demenz erkrankt sei - als bereits fünfter Weltmeister von 1966. Eine Studie der Universität Glasgow hatte 2019 ergeben, dass Ex-Profis ein erhöhtes Risiko haben, an Demenz oder Parkinson zu sterben. Auch wenn keine direkte Verbindung der Erkrankungen zu Kopfbällen erbracht werden konnte, entschieden sich die Verbände Englands, Schottlands und Nordirlands, Kopfbälle im Training von Kindern unter elf Jahren zu verbieten.

In den beiden Studien FOCUS (Universität Nottingham) und HEADING (London) werden ehemalige Fußballprofis auf frühe Anzeichen neurokognitiver Störungen untersucht werden. (dpa/sc)

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