Jeder zwölfte Student in Belgien greift zu Rilatine

<p>Jeder zwölfte Student in Belgien greift zu Rilatine</p>
Illustrationsbild: dpa

Viele Studenten missbrauchen Rilatine für leistungssteigernde Zwecke – um Konzentrationsproblemen, Leistungsdruck und Versagensängsten entgegenzuwirken. „Dies betrifft die Einnahme ohne oder auf Basis einer Verschreibung durch den Hausarzt ohne zugrundeliegende Diagnose einer Aufmerksamkeitsstörung oder Narkolepsie, für die das Medikament eigentlich eingesetzt wird“, erklärt Sara De Bruyn, Forscherin an der Universität Antwerpen. In ihrer Doktorarbeit analysierte sie eine Befragung von 36.000 flämischen Studenten zwischen 2015 und 2018 zu ihrem Medikamentenkonsum. Darüber hinaus führte sie eine zusätzliche Umfrage unter 3.000 Medizinstudenten durch und befragte 33 Studenten und 21 Allgemeinmediziner.

Demnach beschaffen sich 30 Prozent der Studenten das verschreibungspflichtige Medikament über Kommilitonen, 20 Prozent bekommen es von Freunden außerhalb der Schule und 17 Prozent über ihre Eltern. 21 Prozent der Befragten bekommen Rilatine von ihrem Hausarzt verschrieben. Einerseits schreiben die Richtlinien des Hohen Gesundheitsrates zwar vor, dass der Wirkstoff Methylphenidat nur bei vorheriger Diagnose verschrieben werden darf, andererseits haben Allgemeinmediziner therapeutische Freiheit.

Rilatine wirkt (bei Menschen, die nicht an ADHS leiden) ähnlich wie ein Aufputschmittel. Wer es einnimmt, braucht wenig Schlaf und verspürt kaum Hunger. (belga/sue)

Kommentare

  • Sehr geehrter Herr Hennen,

    in Belgien heißt das Medikament "Rilatine" - als "Ritalin" wird es in Deutschland verkauft.

    Liebe Grüße

  • Ritalin ;-)

  • Ritalin oder Rilatine, wo ist der Unterschied??? Genau, nur im Namen. Der Rest ist Haarspalterei. Es ändert nichts am Wirkstoff.

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3 Comments