Ronaldo gegen Mbappé: Wenn Zukunft und Gegenwart verschmelzen

<p>Sie stehen im Fokus: Cristiano Ronaldo und Kylian Mbappé.</p>
Sie stehen im Fokus: Cristiano Ronaldo und Kylian Mbappé. | Foto: Photo News

Ein Cristiano Ronaldo erkennt seinesgleichen sofort. „Kylian Mbappé ist die Zukunft und die Gegenwart“, sagte Portugals ewig frischer Superstar der spanischen Marca vor nicht allzu langer Zeit: „Er ist ein fantastischer Spieler, sehr schnell und wird die Zukunft sein.“ Schon jetzt das Zepter an Frankreichs 14 Jahre jüngeren Wunderstürmer abzugeben, dazu ist der Platzhirsch aber nicht bereit.

Beim EM-Showdown der Ausnahmeangreifer geht Ronaldo auf Weltrekord-Jagd. Zwei Tore fehlen dem 36-Jährigen, um die historische Marke von 109 Länderspieltreffern des Iraners Ali Daei zu egalisieren, wenn der Europameister am Mittwoch (21 Uhr) im letzten EM-Gruppenspiel von Budapest auf den Weltmeister trifft. Da Portugal bei drei Punkten noch ein Zähler zum sicheren Weiterkommen fehlt und Frankreich mit einem Punkt mehr (4) schon im Achtelfinale steht, konzentriert sich alles auf „Ronaldo gegen Mbappé“.

Im Gegensatz zu Portugals Kapitän, der im laufenden Turnier schon dreimal traf, wartet der 22 Jahre alte Mbappé noch auf sein Tor-Debüt bei der EM. Gegen Deutschland, beim 1:0 zum Auftakt, schoss er mit einer hinreißenden Einzelleistung bereits einen Weltklasse-Treffer – aberkannt wegen Abseits. Auch beim 1:1 gegen Underdog Ungarn war Mbappé der beste Mann bei den Franzosen, riss Lücken in die Abwehr wie ein Bulldozer und bereitete den Ausgleich vor.

Auch in Ermangelung eines EM-Tores untermauerten diese Aktionen, was Fans und Experten inklusive Ronaldo ohnehin bereits denken. „Er wird in den kommenden Jahren, was Lionel Messi und Cristiano Ronaldo im vergangenen Jahrzehnt waren“, sagte Deutschlands Rekordnationalspieler Lothar Matthäus dem kicker. Die Zahlen sprechen jetzt schon dafür. In der abgelaufenen Saison erzielte Mbappé für Paris St. Germain in 47 Pflichtspielen 42 (!) Tore.

Doch was ist sein Geheimnis? Neben dem gottgegebenen Talent für das Fußballspielen macht Mbappés mentale Stärke ihn einzigartig. Der Jungstar behilft sich im Vergleich mit Messi und Ronaldo mit einem Trick, wie er RMC Sport erzählte: „Sie sind bessere Spieler als ich, sie haben eine Milliarde mehr Dinge getan als ich. Aber in meinem Kopf sage ich mir immer, dass ich der Beste bin, weil du dir auf diese Weise keine Grenzen setzt und versuchst, dein Bestes zu geben.“

Ein solches Selbstverständnis erinnert schwer an Ronaldo, den die 2:4-Niederlage im zweiten Gruppenspiel gegen Deutschland sicher nur motiviert hat. In den vergangenen Jahren wurde er oft angezweifelt, bei Juventus Turin zuletzt für die vermeintlich schwache Saison von Kritikern hauptverantwortlich gemacht. Trotzdem krönte er sich mit 29 Toren zum Torschützenkönig der Serie A. Sogar Frankreichs Antoine Griezmann schwärmte am Wochenende: „Es ist außergewöhnlich, was er mit 36 leistet.“ Dass Alter nur eine Zahl ist, beweisen Ronaldo und Mbappé gleichermaßen. (sid/tf)

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