Die Beförderung von Passagieren per Flugzeug, Zug, Schiff und Bus, einschließlich Transit, von Indien, Brasilien und Südafrika nach Belgien wird verboten. Ein entsprechender Ministerialerlass sollte so schnell wie möglich erlassen werden, entschied ein elektronischer Konzertierungsausschuss am Dienstagvormittag.
„Nur eine sehr begrenzte Anzahl essenzieller Reisen wird noch erlaubt sein. Es geht vorrangig um Arbeitsreisen im Transportsektor sowie Reisen von Diplomaten und Personal internationaler Organisationen sowie von Menschen, die von internationalen Organisationen eingeladen wurden und deren physische Anwesenheit für das ordnungsgemäße Funktionieren dieser Organisationen in Ausübung ihrer Aufgaben unerlässlich ist“, heißt es seitens der Nachrichtenagentur Belga.
Personen mit belgischer Staatsangehörigkeit sowie Personen mit Hauptwohnsitz in Belgien können aus Indien, Brasilien und Südafrika nach Belgien zurückkehren. Von Reisen in diese Länder wird jedoch dringend abgeraten.
Damit schert Belgien aus Empfehlungen für die Einreise aus Drittstaaten aus, auf die sich die EU-Staaten Anfang Februar geeinigt hatten. Demnach ist eigentlich vorgesehen, dass pauschale Einreiseverbote auch mit Blick auf Virusvarianten-Gebiete vermieden werden sollen. Stattdessen sollten verschärfte Test- und Quarantäneregeln gelten.
Vor allem die Situation in Indien ist besorgniserregend. Indien hat den sechsten Tag in Folge die weltweit höchste Anzahl an Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Dienstag wurden 323.144 neue Fälle und 2.771 Tote mit einer bestätigten Infektion gemeldet. Der rapide Anstieg an Patienten sorgte für Überlastungen im Gesundheitssystem. Berichten zufolge führte der Mangel an medizinischem Sauerstoff und Krankenhausbetten zu Todesfällen.
Bei der bislang schlimmsten Corona-Welle in dem südasiatischen Land wurden seit Donnerstag täglich über 300.000 neue Fälle registriert. Damit wurde der bisherige, Anfang Januar verzeichnete Tagesrekord von 300.310 Fällen in den USA übertroffen. Indien meldete in der vergangenen Woche auch die höchste tägliche Zahl an Todesfällen. In dem zweitbevölkerungsreichsten Land der Welt mit rund 1,3 Milliarden Einwohnern stieg die Gesamtzahl der Infektionen auf rund 17,6 Millionen, knapp 198.000 Menschen starben bislang. Die Dunkelziffern dürften deutlich höher liegen.
Ärzte in der am schlimmsten betroffenen Stadt Neu-Delhi beschrieben, wie Patienten in kritischem Zustand auf der Straße starben, weil es an Krankenhausbetten oder medizinischem Sauerstoff fehlte. Der Mangel an Sauerstoff wurde Medienberichten zufolge für 14 weitere Todesfälle in vier Bundesstaaten verantwortlich gemacht.
Mehrere Länder einschließlich Belgien haben Indien ihre Unterstützung zugesichert. Am Dienstagmorgen traf eine Lieferung medizinischer Hilfsgüter aus Großbritannien ein, wie das indische Außenministerium mitteilte. Darunter befanden sich demnach 100 Beatmungsgeräte und 95 Sauerstoffkonzentratoren. Diese sind weit verbreitet eingesetzte Geräte, in denen der Sauerstoff aus der Umgebungsluft angereichert wird. (mv/belga/dpa)

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