Auf seine Initiative hin hätten die EU-Abgeordneten die EU-Kommission dazu aufgefordert, die Lage auf dem Holzmarkt sorgfältig zu beobachten und einzugreifen, um weitere negative Auswirkungen auf den hiesigen Bausektor zu vermeiden, teilte Arimont am Donnerstag mit. Ein ähnliches Schreiben gehe an die wallonischen Minister Willy Borsus (MR/Wirtschaft), Christophe Collignon (PS/Wohnungsbau) und Céline Tellier (Ecolo/Umwelt).
Die Baubranche leidet unter erheblichen Lieferengpässen.
„Seit Sommer 2020 steigen die Preise für Schnittholz extrem an. Lag der Preis für industriell verarbeitetes Holz vor einem Jahr noch bei etwa 250 Euro pro Kubikmeter, liegt er jetzt bei circa 450 Euro. Allein in den letzten Wochen ist der Preis um 30 Prozent angestiegen, in manchen Fällen sogar um 60 Prozent. Dieser rasante Preisanstieg fällt zu Lasten vieler Handwerksunternehmen, die auf diesen Kosten sitzen bleiben. Das ist gerade für Ostbelgien ein großes Problem, denn das Handwerk und das Bauwesen sind hier ein ganz grundlegender Wirtschaftszweig, der viele Menschen in Lohn und Brot hält. Diese Sektoren haben aufgrund der hohen Nachfrage jetzt mit erheblichen Lieferengpässen zu kämpfen. Daher sollte die Politik eingreifen, bevor der Sektor gänzlich zum Erliegen kommt“, schildert Arimont den Kontext seiner Initiative.
Der Grund für die Verteuerung und die Lieferprobleme sei, dass derzeit viel verarbeitetes Holz in die USA und China exportiert werde. Pandemiebedingt seien nicht nur hierzulande viele Produktionskapazitäten heruntergefahren bzw. geschlossen worden, sondern auch in Übersee. Der weltweite Bauboom führe zu großem Bedarf auf den internationalen Märkten, sodass amerikanische und chinesische Importeure ihre Ware nun verstärkt aus Europa beziehen – und das zu höheren Preisen, als heimische Händler zahlen wollen und können. „Das Nachsehen haben Handwerksbetriebe hierzulande, die auf die Ware angewiesen sind“, so Arimont. Erschwert werde der Engpass in Europa aber auch durch die großen Mengen an Schadholz, die in den vergangenen Jahren auf den Borkenkäferbefall, Stürme und die steigende Hitze zurückzuführen sind.
„Unsere Handwerker brauchen eine Perspektive, da sonst die gesamte Baubranche auf dem Trockenen sitzt“, so Arimont. „Wenn wir tatenlos zuschauen, wie der Markt hier leergefegt wird, droht uns auch das Problem, dass die von der EU vorgesehene Strategie für eine Renovierungswelle praktisch nicht umgesetzt werden kann. Dem müssen wir entgegenwirken. Durch diese Renovierungswelle wollen wir die Renovierungsquote in den nächsten zehn Jahren mindestens verdoppeln und durch Renovierungen für mehr Energie- und Ressourceneffizienz in Europa sorgen. Das ist wichtig für den Klimaschutz und den betroffenen Sektor“, heißt es abschließend. (red/arco)

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