In dem Artikel „Auf der Jagd nach dem richtigen Pilz“ wird der vegane „Käse“ der Zukunft glorifiziert. Dass ein Unternehmer innovativ ist beim Versuch, neue Märkte zu erschließen, kann man ihm nicht verdenken. Dass sich die einzige deutschsprachige Tageszeitung jedoch dazu herablässt, den Innovativgeist eines Unternehmens zu missbrauchen, um die gerade für den ostbelgischen Raum so wichtige Rindviehhaltung zu verunglimpfen, ist für uns unverständlich. Zu Käseersatzprodukten – egal ob vegan oder nicht – mag man stehen, wie man möchte. Aber man muss wissen, dass die Vision von veganem Käseersatz wenn überhaupt, dann nur dank gentechnisch veränderter Lebewesen (wie zum Beispiel Hefepilze) möglich ist. Was den hiesigen Milcherzeugern aber besonders bitter aufstößt, sind die Fake-Infos im Teil „Warum die Kuh als Teil der Käseproduktion vermeiden“. Die dortigen Unterstellungen sind ein Rundumschlag gegen den gesamten hiesigen landwirtschaftlichen Berufsstand. Diese „Argumente“ gegen die Rindviehhaltung führen die „Vegan Cowboys“ auf ihrer Webseite nicht an, sondern sie sind offensichtlich die persönliche Meinung der Verfasserin, laut ihrem LinkedIn-Profil eine junge „vegane und minimalistische Frau, die unbeirrbar das Ziel verfolgt, die Welt zu verändern („Young and energetic – vegan and minimalistic – with the unshakeable goal to change the world“).
Wir bitten das GrenzEcho, sich nicht als Propaganda-Organ missbrauchen zu lassen. Es würde den Rahmen eines Leserbriefes sprengen, die angeführten Argumente gegen die Milchviehhaltung zu widerlegen beziehungsweise des Lugs und Trugs zu überführen. Hier deshalb nur zwei Richtigstellungen:
1. Empörend – um nicht zu sagen: verleumderisch – ist die Unterstellung, dass „viele Kühe Antibiotika gefüttert bekommen“: Selbst kranken Kühen werden keine Antibiotika oral verabreicht, geschweige denn gesunden.
2. Wussten Sie, dass Hartkäse so gut wie keine Laktose mehr enthält, weil dieser Milchzucker im Laufe des Reifungsprozesses praktisch vollständig von sog. Milchsäurebakterien vergoren worden ist?
Wir sind aber gerne bereit, ausführlicher auf die Themen einzugehen.
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