Briefe von Todesfahrern sollen Raser zum Umdenken bringen

<p>Im Kampf gegen Raserei greift der belgische Staat zu ungewöhnlichen Mitteln.</p>
Im Kampf gegen Raserei greift der belgische Staat zu ungewöhnlichen Mitteln. | Illustrationsbild: dpa

Bei den Briefen handelt es sich um wahre Geschichten anonymer Raser, die Unfälle verursacht haben, bei denen Menschen verletzt wurden oder ums Leben kamen. Im vergangenen Jahr wurden belgienweit rund 4,8 Millionen Bußgelder im Straßenverkehr verhängt.

„Wenn wir etwas für die Verkehrssicherheit tun wollen, dann geht es nicht nur darum, Bußgelder zu verteilen“, sagt Justizminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD). „Es geht vor allem darum, die Menschen zum Nachdenken anzuregen und ihnen die Folgen von gefährlichem Rasen vor Augen zu führen. Dieser persönliche Brief, der dem Bußgeldbescheid beiliegt, ist ein sehr direkter Weg, dies zu tun.“

Dass dieser emotionale Ansatz funktionieren kann, hat die Katholische Universität Löwen anhand einer Studie nachgewiesen. Daraus geht hervor, dass ein Bußgeldbescheid ohne Begleitschreiben überhaupt keine Auswirkung auf das Fahrverhalten hat, während eines mit rationalen Argumenten zumindest 15 Prozent der Verkehrssünder zum Nachdenken anregte. Ein emotionaler Brief dagegen veranlasste ein Viertel der Probanden dazu, ihren Fahrstil zu mäßigen. (belga/sue)

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