Die süßen Frühlingsblüten der Obstbäume ziehen jährlich viele Besucher an. Hier gedeihen Äpfel, Birnen, Kirschen, Erdbeeren und auch Wein. An Wochenenden ist man an den Hotspots nicht alleine. Dennoch gibt es hier keinen Massentourismus. Es geht entspannt zu, im offline Rhythmus. Die Gegend ist weitläufig und fällt flach ab. An den wenigen Hängen stehen Obstgärten und Rebstöcke, auf sanften Hügeln lugen Schlösser aus der Landschaft hervor, die man oft schon von Weitem sieht.
Der Adel und der Klerus haben dieser Region Reichtümer beschert. Sie liegen nicht auf dem Präsentierteller. Sie lassen sich entdecken, durch Wandern, Radfahren oder einen Ausflug auf der Vespa. Dann erlebt man zudem Sirupmanufakturen, Obstbauern, Weingüter und Brauereien (wie De Wilderen oder Kerkom), allesamt ideal für einen kulinarischen Zwischenstopp oder eine verdiente Einkehr nach einem appetitanregenden Tourentag.
Die Hauptader bildet die N 79 (Sint-Truidersteenweg/Tongersesteenweg) zwischen Tongeren und Sint-Truiden. An Ihr liegen auch die Parkgelegenheiten, von denen man aus zu einer Kuriosität inmitten der Obstlandschaft spazieren kann. Het doorkijkkerkje (so lautet auch die Beschilderung), auf Deutsch, „das Durchguckkirchlein“, ist ein echter Hotspot. Die Leute sind nahezu verrückt danach, sich dieses Kabinettstück von allen Seiten zu betrachten und Fotos für Instagram & Co. zu checken. Es scheint gar nicht in die Landschaft zu passen. Das macht es jedoch spannend.
Offiziell genannt wird es „Reading between the Lines“ (dt.: Zwischen den Zeilen lesen). Die Installation stammt vom Architektenteam Pieterjan Gijs und Arnout Van Vaerenbergh. Diese durchsichtige „Kirche“ besteht aus 100 gestapelten Schichten aus verwitterten Stahllamellen. Kurze Berührung, und sie schwingen leicht. Je nach Blickwinkel des Betrachters wird die Kirche entweder als festes Gebäude wahrgenommen, oder sie scheint sich ganz oder teilweise in der Landschaft aufzulösen wie beim Beamen auf das Raumschiff Enterprise. Es ist in der Tat nur ein Kirchlein, rund zehn Meter hoch, in dem vielleicht 20 Leute stehen können. Beim Betreten kommt es einem auf den ersten Blick leer vor. Doch das vielfältige Spiel von Licht und Schatten füllt den Raum, macht neugierig. Kurz innehalten. Klar doch. Blicke durch die Lamellen auf Obstbäume und ein Schloss in der Ferne müssen sein. „Reading between the Lines“ ist Teil von PIT. So nennt sich das Projekt „Kunst in der offenen Landschaft“ bei Borgloon-Heers, dessen Werken man beim Wandern oder Radfahren begegnet. Dazu zählt auch der Tranendreef, die Tränenallee. Der Trend zum ungewöhnlichen Übernachten an einzigartigen Orten scheint in Belgien ungebremst. In diesem Falle handelt es sich um Zelte, die an den Stämmen der Bäume befestigt sind, in Form von großen Tropfen (Tränen), in die man mit einer kurzen Leiter einsteigt. Sie hängen an Bäumen einer Schlossallee bei Bommershoven (1. April bis 30. September, zugänglich nur zu Fuß oder per Fahrrad, keine Parkmöglichkeiten in der Nähe).. Das Schloss ist kein Geringeres als das Kasteel Hex (in Privatbesitz), berühmt wegen seiner Rosengärten, die zweimal im Jahr beim öffentlichen Gartenfestival im Focus stehen.
Borgloon ist das am höchsten gelegene historische Städtchen Flanderns. Vom alten Burghügel aus hat man einen sehr schönen Panoramablick. Sehenswert ist das Kanunnikenhuis aus dem Jahr 1670 im maasländischen Stil. Ebenso wie das Stadthuis von Borgloon, das Rathaus, aus dem Jahr 1680. Es trägt auch den Namen Grevenhaus (Grafenhaus), und das nicht zufällig, denn ab dem elften Jahrhundert residierten hier die Grafen von Loon.
Rundum Borgloon sind eine Reihe von Schlössern die Schmuckstücke der Region.
Borgloon ist auch Startpunkt von einem der sechs Greenspots, wie sich spezielle Wanderungen hier nennen. Los geht es bei De Klappoel im Zentrum. Alle Routen (4 bis 12 km) dieses Greenspots Grootloon führen zum „Doorkijkkerkje“, aber auch zur Twijfelgrens von Fred Eerdekens auf dem Bollenberg. Rundum Borgloon sind eine Reihe von Schlössern die Schmuckstücke der Region. Neben dem schon erwähnten Hex gehören unter anderen noch Rullingen, van Betho, De Fauconval, Alden Biesen, Nieuwenhoven, van Gors und Château de la Motte dazu.
Seit 2020 wieder eröffnet ist Kasteel van Ordingen. Dieses majestätische Landgut präsentiert sich nach vielen Jahren der Restaurierung im neuen Glanz. Es ist heute ein Hotelrestaurant der Luxuskategorie und dürfte eines der schönsten Anwesen dieser Art in Belgien sein. Chef im stilvoll-eleganten Restaurant Aurum des Schlosses ist der Eupener Sternekoch Gary Kirchens.
Alle notwendigen (auch digitalen) Infos über Wander-und Radtouren gib es auf: rlhv.be und wandeleninlimburg.be sowie bei visitlimburg.be

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