Auch Loeb trennt sich vom Beifahrer

<p>Sébastien Loeb und Daniel Elena (l.), hier bei der Dakar-Rallye 2021.</p>
Sébastien Loeb und Daniel Elena (l.), hier bei der Dakar-Rallye 2021. | Foto: Photo News

Immerhin hatten beide 23 Jahre lang zusammengearbeitet. Damit hielt diese Rallyeehe bedeutend länger als etwa die des gebürtigen St.Vithers Thierry Neuville und seines Beifahrers Nicolas Gilsoul, die seit Saisonbeginn 2021 ebenfalls unverhofft getrennte Wege gehen.

Die Trennung Loeb-Elena erfolgt zwei Monate nach der diesjährigen Dakar-Rallye in Saudi-Arabien. Dort hatte das Traum-Duo im „Hunter“-Buggy des britischen Teams Prodrive nach einer Pannenserie auf der achten Tagesetappe aufgeben müssen.

„Suber Seb“ bestätigte die Trennung von Daniel Elena über Twitter: „Nach fünf gemeinsamen Dakar-Teilnahmen und Diskussionen mit dem Team sind wir zur Schlussfolgerung gekommen, dass es vielleicht an der Zeit wäre, etwas Neues zu probieren. Wir beide werden also 2022 nicht mehr als Mannschaft bei der Rallye Dakar an den Start gehen. Das tut mir natürlich im Herzen sehr weh, denn schließlich sind wir auch Freunde.“ Tatsache ist, dass der gebürtige Elsässer Sébastien Loeb liebend gerne seine einmalige Motorsportkarriere mit einem Dakar-Sieg krönen würde, was ihm bislang nicht gelungen ist: „Mir bleiben aber nicht mehr viele Jahre, um das noch zu erreichen.“

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Bitter enttäuscht über die Entscheidung reagierte Daniel Elena in einer Videobotschaft: „Seb hat mich angerufen, um mir mitzuteilen, dass er die nächste Wüstenrallye nicht mehr mit mir bestreiten würde. Offenbar ist Prodrive der Meinung, dass ich meine Arbeit nicht richtig gemacht habe, dass ich zu viele Navigationsfehler begangen habe, es mir an Erfahrung fehle und ich nicht mehr voll motiviert sei.“ Die Kritik an seiner Person wollte der joviale Monegasse aber nicht auf sich sitzen lassen: „Stimmt, mir sind Fehler unterlaufen. Aber anderen Copiloten auch.“ In seinen Augen ist der englische Rennstall für den Misserfolg in erster Linie selbst verantwortlich. Umso heftiger rechnet Daniel Elena mit Prodrive ab: „Das Auto ist eine Gurke. Es ist nicht solide. Damit kann man nicht gewinnen. Sie haben einfach nicht auf mich gehört. Dem Team fehlt es an Strukturen.“ Quasi in einem Anfall an Sarkasmus bilanziert der 48-Jährige: „Bravo: Ihr habt es geschafft, uns beide auseinanderzubringen. Seb, ich habe nichts gegen Dich. Wir bleiben Kumpels.“ Und er zählt zum Schluss all die gemeinsame Erfolge in mehr als 20 Jahren Rallyesport auf.

Wer in Zukunft auf dem Beifahrersitz Platz nehmen wird, hat Sébastien Loeb noch nicht kundgetan. Es wird aber nicht Nicolas Gilsoul sein: „Ich habe noch keine Erfahrung in Langstrecken-Rallyes.“ (hs)

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